Im Durchschnitt hat letztes Jahr ein Bewohner der Schweiz rund 8,5 Liter reinen Alkohol getrunken, wie die Eidg. Alkoholverwaltung (EAV) am Donnerstag mitteilte. Nach drei leicht rückläufigen Jahren hat sich der Konsum damit stabilisiert.
Zwar flossen statt 38,2 Liter nur noch 37 Liter Wein durch jede Schweizer Kehle. Dabei haben letztes Jahr sowohl Schweizer wie auch ausländische Winzer Boden verloren. Einziger anhaltender Trend in den letzten Jahren ist die zunehmende Beliebtheit von ausländischen Weissweinen.
Während der Weinkonsum zurückging, wurde dem Bier ums kräftiger zugesprochen: Pro Kopf wurden satt 56,6 Liter nun schon 57 Liter getrunken. Dieser Trend spiegelt sich auch in der Anzahl steuerpflichtiger Brauereien in der Schweiz: Diese verdoppelte sich innerhalb von sechs Jahren nahezu – von 175 im Jahr 2006 auf 345 im vergangenen Jahr.
Weniger gebrannte Wasser
Bleibt der Konsum von Spirituosen seit mehr als 10 Jahren stabil bei rund 1,6 Liter reinem Alkohol pro Kopf, ist die Herstellung der gebrannten Wasser in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen. Der Rekord von knapp 12,6 Millionen Liter reinem Alkohol in Form von Spirituosen wurde im Brennjahr 1958/1959 verzeichnet. Im Brennjahr 2008/2009 wurden noch gut 1,1 Millionen Liter produziert.
Die EAV führt die Alkoholstatistik seit 125 Jahren. Ein Blick in ihr Archiv zeigt, dass im Jahr 1900 noch doppelt so viel getrunken wurde wie heute: 17 Liter pro Kopf.
Die EAV selber sieht im Jubiläumsjahr ihrer Auflösung entgegen. Sie wird im Rahmen der Totalrevision des Alkoholgesetzes in die Eidgenössische Zollverwaltung integriert. Das EAV-Profitcenter Alcosuisse, welches das Importmonopol für Ethanol ausübt, wird privatisiert. (npa/sda)
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