Es ist ein altbekanntes Städteproblem, das in Basel dieser Tage aufs Neue entbrennt: Seit es wärmer geworden ist, versammeln sich am Haupteingang des Basler Bahnhofs Randständige, die sich gelegentlich gehörig zanken und es mit der Entsorgung von Abfall nicht so genau nehmen. «Die Situation ist unbefriedigend», sagt Thomas Buser, der das nahegelegene 4-Sterne-Haus Victoria führt. «Die Stadt soll die Sitzbänke vor Ort abmontieren, die Leute kämen dann weniger.»
Einen Versuch wert fände das auch Daniel Egloff, Direktor von Basel Tourismus, der sich noch nicht für mehr Wegweisungen und Polizeipräsenz ausgesprochen hat. Diese Mittel sind wohl ohnehin keine Option, denn «der Regierungsrat verfolgt keine Vertreibungspolitik», so Wirtschaftsdirektor Christoph Brutschin. «Randständige Personen gehören zu unserer Gesellschaft, sie haben das Recht, sich im öffentlichen Raum aufzuhalten, solange sie gewisse Regeln einhalten.» Genauso sieht das Egloff, moniert aber, dass es mit dem Einhalten dieser Regeln mitunter hapere. «Wenn sie einander betrunken verprügeln oder auf die Strasse urinieren, ist das nicht vorteilhaft für einen so stark frequentierten Platz.» Hoteliers aus der Gegend hätten versucht, einen privaten Sicherheitsdienst auf die Beine zu stellen, schliesslich sei die Finanzierung gescheitert.
In Bern ist das Problem dank einem Treff entschärft
Basel könnte von der Hauptstadt lernen. Am Berner Bahnhof hat sich das Problem entschärft, seit vor zwölf Jahren das «La Gare» seine Türen öffnete. Der von der Stadt betriebene Treff ist in zwei Containern untergebracht, im Winter ist’s dort warm, im Sommer kühl. Es gibt dort Platz für 35 Personen. In Basel gibt es ein ähnliches Angebot nur im Winter. «Die Situation mit den Randständigen ist bei uns sehr stabil», bestätigt Isabel Furrer von Bern Tourismus.
Zürichs Schwierigkeiten liegen anderswo
Auch in Zürich scheinen Obdachlose und Touristiker gut aneinander vorbeizukommen. «Die Grüppchen auf der Bahnhofbrücke und am Stadelhoferplatz sind für uns kein Problem», sagt Lilian Spörri von Zürich Tourismus, «sie sind anständig.» Ein Eindruck, den auch die Stadtpolizei teilt, wie Sprecher Marco Bisa sagt: «Es gibt selten Probleme, und wir sind regelmässig präsent.» Dafür drückt der Schuh anderswo: Weil im Niederdorf der Strassenstrich aus dem Ruder läuft, bezahlen lokale Hoteliers einen Sicherheitsdienst aus eigener Tasche. Der htr gegenüber sagten sie unlängst, sie fühlten sich von der Polizei im Stich gelassen. Fragen zur Problematik will man im Moment nicht beantworten - weil Gespräche mit der Stadtpolizei am Laufen seien, wie ein Hotelier sagt. Verbessert habe sich die Lage nicht.






