Ganz überraschend kommt das Sparpaket nicht, denn bereits im April kündigte BLS-Chef Bernard Guillelmon an, «wir müssen effizienter werden». Das Berner Bahnunternehmen hatte im vergangenen Jahr zwar mehr Personen und Güter befördert, aber lediglich einen Konzerngewinn von 200'000 Franken erwirtschaftet.
«Das reicht hinten und vorne nicht aus», bekannte Verwaltungsratspräsident Rudolf Stämpfli damals. Das Bahnunternehmen stehe nämlich vor grossen Herausforderungen und müsse sich weiter entwickeln. Dazu wären Gewinne in der Höhe von 25 bis 30 Millionen Franken pro Jahr nötig.
Im Juli ergriff die Bahn Sofortmassnahmen, um die Kosten im laufenden Jahr um 12 Millionen Franken zu senken. Mit dem nun angekündigten Kostenschnitt für die Jahre 2013 bis 2015 setzt die BLS ihren Sparkurs fort.
«Hausaufgaben machen»
In einem ersten Schritt will die BLS «ihre Hausaufgaben machen», wie Bahnchef Guillelmon am Dienstag auf Anfrage sagte. Konkret verlangt Guillelmon, wie schon im Frühling, mehr Leistung bei gleichviel Personal, sprich mehr Effizienz.
Wo und wie das Bahnunternehmen die 50 Millionen Franken konkret einsparen will, ist noch offen. Die Massnahmen für 2013 sollen im Herbst erarbeitet werden, jene für die Folgejahre 2013.
Das Sparpaket beläuft sich auf rund sechs Prozent des Jahresumsatzes. Es wird etappiert. 2013 sollen rund 10 Millionen Franken anfallen, 2014 und 2015 je 20 Millionen Franken.
Ob es zu einem Personalabbau kommt, wird sich erst im Verlauf des kommenden Jahres zeigen, wie aus einer Mitteilung des Bahnunternehmens vom Dienstag hervorgeht. Unabhängig davon würden alle Neubesetzungen bei frei werdenden Stellen überprüft, heisst es darin weiter.
Millionenschwerer Kraftakt
Das Bahnunternehmen verzeichnet im Güter- und insbesondere im Personenverkehr eine steigende Nachfrage. Um den wachsenden Mobilitätsansprüchen gerecht zu werden, tätigt der Konzern millionenschwere Investitionen – etwa ins Rollmaterial.
Für die BLS ist dies ein finanzieller Kraftakt. Dazu kommt die Sanierung der Pensionskasse, die in den nächsten Jahren ebenfalls ansteht.
Die bisher getroffenen Massnahmen reichten nicht aus, um diese Herausforderungen zu meistern und eine noch grössere Verschuldung zu vermeiden, begründete Guillelmon den neuen Kostenschnitt.
Die BLS visiert in den kommenden Jahren Gewinne in zweistelliger Millionenhöhe an. 25 bis 30 Millionen Franken werde das Unternehmen vielleicht noch nicht auf Anhieb erreichen, räumte Guillelmon ein. «Aber wir streben diese Grössenordnung an.» (npa/sda)
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