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21.06.2012
Denkzettel an GV
Nicht nur Sonnenschein für Direktion und Vorstand von Zürich Tourismus: Etliche Mitglieder weigerten sich, die Décharge zu erteilen.
Nicht nur Sonnenschein für Direktion und Vorstand von Zürich Tourismus: Etliche Mitglieder weigerten sich, die Décharge zu erteilen. (Bild: Swiss-Image)
Die Probleme mit der abgetretenen Direktorin Marlis Ackermann stiessen Mitgliedern von Zürich Tourismus sauer auf. An der GV erhielt der Vorstand einen Denkzettel.
Virginia Nolan

Mit Neuigkeiten hat Zürich Tourismus an seiner jüngsten Generalversammlung nicht aufwarten können. Die Marketingorganisation tagte vergangene Woche im Hotel Belvoir in Rüschlikon am Zürichsee, und ihre Mitglieder kriegten mehrheitlich zu hören, was schon einmal gesagt worden war: dass das wirtschaftliche Umfeld für den Tourismus schwierig sei und eine Besserung kaum absehbar, dass sich Zürich mit einem Logiernächteplus von 2,6 Prozent (2011) jedoch gut gehalten habe und man sich künftig hauptsächlich auf Schweizer Gäste konzentrieren wolle und solche aus den BRIC-Staaten. Für das laufende Jahr erwartet Zürich Tourismus ein Logiernächteminus von 0,5 bis 1,5 Prozent, bedingt vor allem durch den starken Rückgang an Gästen aus Europa.

Ledergerber will nicht von Fehlbesetzung sprechen

Mit dem Traktandum, das am meisten interessiert haben dürfte - der Personalie Ackermann -, schien es Präsident Elmar Ledergerber nicht so eilig zu haben. Als er schliesslich auf die Trennung von der Tourismusdirektorin zu sprechen kam, betonte er einmal mehr, dass er diese nicht als Fehlbesetzung bezeichnen wolle, habe sie der Organisation doch auch viele gute Dienste geleistet. Dass es mit Ackermann und Zürich Tourismus nicht funktioniert habe, sei nur bedingt die Schuld der Direktorin, sei sie doch in einer äusserst turbulenten Zeit ans Ruder gekommen. Schuld, so scheint es, will sich in diesem Fall ohnehin niemand aufladen, der Vorstand schon gar nicht. Man habe «sofort reagiert», als man von den Problemen der Mitarbeitenden mit der Chefin erfuhr, Coachings und Aussprachen arrangiert. Im Nachhinein, resümierte Ledergeber das Geschehene, sei man eben immer klüger. Schliesslich habe der Fussballclub Young Boys seinerzeit auch geglaubt, in Christian Gross den besten Trainer gefunden zu haben, und doch sei es zur vorzeitigen Trennung gekommen.

Über ein Drittel lehnte Erteilung der Décharge ab

Trotz dieser durchaus frischen Analogie war einigen Leistungsträgern offensichtlich nicht zum Lachen zumute: Als es darum ging, Direktion und Vorstand die Décharge zu erteilen, ortete Ledergerber «vereinzelte» Enthaltungen der Stimmen. Dass es immerhin deren 33 (von 95) waren, offenbarte erst die Aufforderung eines Hoteliers, dass man die Enthaltungen doch bitte auch zählen möge. Bleibt zu hoffen, dass der nächste Trainer auch wirklich der beste ist - bis Ende 2012 soll Ackermanns Nachfolge gefunden sein.

Siehe auch Artikel «Kritik von der Langstrasse» oben rechts.

  
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