gastronomie
05.12.2011
Gäste zahlen über 4 Franken für ein Kaffee
(© fotolia)
Eine Tasse Café crème kostet im Deutschschweizer Schnitt erstmals über 4 Franken. Der Branchenverband Cafetiersuisse führt diesen Preisanstieg auf die Sozialkosten und die seit Jahresbeginn höhere Mehrwertsteuer zurück.

Zahlte der Gast im Vorjahr noch 3,95 Franken. für einen «Kafi», legte der Preis 2011 auf 4,04 Franken zu. Der Branchenverband Cafetiersuisse hat 350 Betriebe nach ihren Café-Preisen befragt und die Ergebnisse der seit 24 Jahren bestehenden Umfrage am Montag vorgestellt.

48 Prozent der Cafés, Bistros oder Bäckereien mit Kaffeeverkauf erhöhten den Preis für das Heissgetränk um 10 bis 20 Rappen. Bei 6 Prozent der Betriebe schlug der Preis um 30 Rappen auf, was laut Cafetiersuisse meistens mit einem Wechsel des Inhabers oder Pächters oder einer Renovation der Gaststätte zu tun hatte.

Teuerster Kaffee in Zürich
Dass die Preiserhöhungen 2011 deutlicher ausgefallen sind als in den Vorjahren, zeigt der Vergleich zu 2010: Vor einem Jahr waren es nur 30 Prozent der Betriebe gewesen, in denen eine Tasse Café crème teurer wurde, wie die Präsidentin des Branchenverbands, Johanna Bartholdi, in Zürich vor den Medien erläuterte.

Den höchsten Preis für eine Tasse ermittelte Cafetiersuisse für das laufende Jahr bei 5,30 Franken, und zwar im bekannt teuren Zürich. Der Durchschnittspreis pro Tasse stieg in Zürich von 4,18 auf 4,27 Franken an. Am günstigsten ist der Kaffeegenuss im Kanton Bern und in der Ostschweiz, wo man das populäre Getränk mit einem Kaffeerähmchen in einigen Gaststätten noch für 3,40 Franken bestellen kann. Der Durchschnittswert in Bern betrug 2011 3,84 Franken, gegenüber 3,73 Franken im Vorjahr.

Höhere Kosten für Cafetiers
Für die Schweizer, die nach den Finnen und den Norwegern die drittbesten Kaffeetrinker Europas sind, könnte die Tasse Kaffee aber weiterhin teurer werden. Anfang 2012, respektive mit Beginn der Sommersaison, werden die Mindestlöhne im Gastgewerbe von 3'850 Franken auf 4'100 Franken erhöht und generell ein 13. Monatslohn eingeführt.

Laut Carmen Wanner von Cafetiersuisse, kommen die hohen Löhne just in einer Zeit, wo auch wegen der Euro-Krise im Tourismus die wirtschaftliche Lage der Betriebe schwieriger geworden ist. «Viele Cafétiers werden sich deshalb überlegen, ob sie die Preise wirklich erhöhen wollen», sagte sie. Cafés, die einen Mindestlohn bezahlten, müssten wohl mehr verlangen für ihr Angebot.

Am meisten Verständis für höhere Preise ernten laut Verbandspräsidentin Bartholdi wohl jene Betriebe, die in die Qualität des Kaffeeerlebnisses investieren: «Cafetiersuisse bläst daher zu einer eigentlichen Qualitätsoffensive», sagte sie.

Dazu gehöre, dass das Personal den Gast über die Kaffeekultur informieren könne, oder dass in den Gaststätten die typische, gemütliche Café-Atmosphäre herrsche. Auch ein Angebot an gutem Tee oder hochwertiger Trinkschokolade soll Schweizer und Touristen weiterhin – oder wieder vermehrt – ins Café locken. (npa/sda)

  
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