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05.07.2012
Geldtopf für die Bahnen
In der Technik liegt Sparpotenzial: Bis 15 Prozent lässt sich der aktuelle Energieverbrauch senken.
In der Technik liegt Sparpotenzial: Bis 15 Prozent lässt sich der aktuelle Energieverbrauch senken.
Die Schweizer Bergbahnen sollen energiefreundlicher werden. Der Bund hat für Energiesparmassnahmen einen Förderbeitrag von 1 Million Franken gesprochen.
Gudrun SChlenczek

Die Schweizer Bergbahnen verbrauchen heute jährlich 183 Gigawattstunden Strom. Das soll sich ändern. Das Bundesamt für Energie hat im Rahmen von «ProKilowatt», ein Instrument zur Förderung der Effizienz im Strombereich, einem entsprechenden Antrag zugestimmt. Mit dem bewilligten Förderprogramm rechnet Roland Zegg, Geschäftsführer des Antragstellers Grischconsulta AG in Chur, den jährlichen Stromverbrauch der Bergbahnen um 2,5 Gigawattstunden zu reduzieren, «ohne dass der Gast das spürt».

Bei den Anlagen winken Stromeinsparungen bis zu 25 Prozent

Das Förderprogramm hat eine Laufzeit von zwei Jahren, der Förderbeitrag beläuft sich auf 1 Million Franken.

In vier Bereichen soll gefördert werden: Für den vorzeitigen Ersatz alter Antriebseinheiten sind pro Projekt bis zu 60000 Franken Fördergelder vorgesehen. 20 bis 25 Prozent des Stromverbrauchs könnten so beim Bahnbetrieb eingespart werden, schätzt Roland Zegg. Sein Ziel ist, drei bis fünf Bahnanlagen nachzurüsten. Vorhandene Schneeerzeuger sollen durch solche, die weniger Kompressorleistung benötigen ersetzt werden. Pro Schneelanze winkt ein Förderbeitrag von bis zu 1500 Franken. Als Drittes sollen Bergbahnen motiviert werden, Steuerungseinheiten für den bedarfsabhängigen Betrieb ihrer Anlagen zu installieren. Mit den Herstellern sei man gegenwärtig daran, solche Steuerungseinheiten zu testen, erklärt Zegg. Der maximale Förderbeitrag pro Steuerungseinheit beläuft sich auf 8000 Franken.

Bergbahn-Programm ist das Einzige aus dem Tourismus

Die vierte Massnahme betrifft Workshops zur Sensibilisierung der Mitarbeiter von Bergbahnen. Bis zu einem Drittel der Schulungskosten werden übernommen. Die Fördergelder dürfen maximal 40 Prozent der Investitionskosten ausmachen. Zegg visiert im Durchschnitt Kostenbeteiligungen von 10 bis 20 Prozent an, um mit dem vorhandenen Geld eine möglichst breite Wirkung zu erzielen.

Das Energieoptimierungsprogramm Bergbahnen ist eines von neun Programmen und 67 Projekten, welches bei der diesjährigen wettbewerblichen Ausschreibung des BFE zum Stromsparen den Zuschlag erhielt. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Programme und Projekte liegt im Durchschnitt bei 2,9 Rp./kWh (Förderbeitrag pro eingesparte Kilowattstunde). Es ist die dritte Ausschreibung, insgesamt wurde eine Fördersumme von 14,9 Mio. Franken bewilligt. Der Bedarf der Wirtschaft wäre doppelt so hoch gewesen: Viele Anträge mussten abgelehnt werden. Seitens Tourismus war das von Grischconsulta eingereichte Programm jedoch das Einzige.

  
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