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02.02.2012
Kampf um Therme
Wer den Zuschlag für das zur Therme Vals gehörende Hotel erhält, ist noch offen. Am 17. Februar entscheidet das Stimmvolk.
Wer den Zuschlag für das zur Therme Vals gehörende Hotel erhält, ist noch offen. Am 17. Februar entscheidet das Stimmvolk. (© zvg)
Um die Zukunft der Therme Vals ist ein Kampf ausgebrochen. Jetzt liegen offiziell zwei Offerten für den Ausbau auf dem Tisch. Nun ist die Gemeindebehörde gefordert.
Daniel Stampfli

Das letzte Wort über die Zukunft der Therme Vals hat das Volk: Am 17. Februar müssen die Stimmberechtigten von Vals an der Urne entscheiden. Schon seit längerem hat der aus Vals stammende Immobilienunternehmer Remo Stoffel sein Angebot unterbreitet (siehe htr vom 17.11.2011). Am Freitag letzter Woche hat der Architekt Peter Zumthor zusammen mit der IG Therme Vals an einer öffentlichen Veranstaltung den Valsern ebenfalls eine Offerte präsentiert, die er schon früher eingereicht hatte. Mitbieten will laut «Südostschweiz» auch Pius Truffer, ehemals Verwaltungsrats-Präsident und Ko-Direktor der Therme. Allerdings seien seine konkreten Pläne noch nicht bekannt.

Pius Truffer hat die Eingabefrist längst verpasst

Für Margrit Walker-Tönz, Gemeindepräsidentin und Präsidentin der Aktionärsversammlung, ist klar, dass die allenfalls noch einzureichende Offerte von Pius Truffer, von der sie bisher nur aus den Medien erfuhr, nicht vors Volk kommt. Denn die Frist zur Einreichung von Offerten lief bereits am 20. Dezember 2011 ab. Das Angebot von Peter Zumthor IG Vals wurde aus Zeitgründen sofort einem externen Experten zur Prüfung übergeben. «Am 17. Februar wird das Stimmvolk sowohl über die beiden Varianten Stoffel und Zumthor als auch den Ist-Zustand abstimmen», so Margrit Walker-Tönz. Vorgängig werde der Gemeinderat die für ihn bessere Variante im Sinne eines Antrags zur Annahme empfehlen.

Auch der Verwaltungsrat der Hotel und Thermalbad Vals AG wird sich der Offerten annehmen. «Wir werden eine sachliche Analyse und Meinungsbildung vornehmen, ohne auf irgendwelche Personen Rücksicht zu nehmen», sagt Verwaltungsratspräsident Stephan Schmid. Der Verwaltungsrat werde dann «zum Wohle» der Unternehmung eine Stellungnahme zu den Angeboten abgeben. Die eingehende Prüfung soll in den nächsten zwei Wochen erfolgen. Ziel sei, Vor- und Nachteile der Offerten gegenüberzustellen, so Schmid weiter. Zurzeit verfüge der Verwaltungsrat aber noch nicht über sämtliche Detailunterlagen des Projekts von Peter Zumthor.»

Während Remo Stoffel 52 Mio. Franken in die Erneuerung der ganzen Therme stecken will, plant die IG Therme Vals einen Hotelneubau mit 60 Zimmern für 45 Mio. Franken.

Stoffel verschliesst sich einer Nachbesserung nicht

Remo Stoffel billigt dem Projekt von Peter Zumthor durchaus auch «einige interessante Überlegungen» zu. Allerdings habe er keine Kenntnisse über die detaillierten Pläne. «Meine Offerte erachte ich als gutes Angebot», so Stoffel. «Sollten in der Folge noch bessere Angebote entstehen, ist dies schön für Vals. Dann ist mein Ziel erreicht.» Stoffel zur Frage, ob seine Offerte anpassen werde: «Sag niemals nie.»

An den Grundbedürfnissen habe sich nichts geändert, so Stephan Schmid. «Die Beherbergung soll im Rahmen eines geeigneten Projekts erneuert und qualitativ verbessert werden», erklärte er gegenüber der htr im November 2011. Die Beherbergung genüge den Bedürfnissen einer immer anspruchsvolleren Kundschaft nicht mehr und verhindere die Ausschöpfung der bestehenden unternehmerischen und regionalwirtschaftlichen Potenziale. Die Hotel und Thermalbad Vals AG hat im Eigentum gut 60 Zimmer und bietet gesamthaft 140 Zimmer an.

  
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