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wirtschaft
1.03.2012
Leichtes Wachstum im vierten Quartal 2011
Das Bruttoinlandprodukt (BIP) der Schweiz hat im 4. Quartal 2011 gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent zugenommen. Die Dienstleistungs- und Tourismusexporte sanken hingegen um 7 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Donnerstag mitteilte.

Verglichen mit dem 4. Quartal des Vorjahres resultierte ein Wachstum von 1,3 Prozent. Getragen wurde das Wachstum insbesondere vom nach wie vor stabilen privaten Konsum, erklärte Eric Scheidegger, Leiter der Direktion Wirtschaftspolitik beim Seco am Donnerstag. Die Kaufkraft der Schweizerinnen und Schweizer sei weiterhin hoch, vor allem auch weil sich die Reallöhne gut entwickelt hätten, sagte Scheidegger gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Gemäss den am Donnerstag präsentierten BIP-Zahlen des Seco nahmen die privaten Konsumangaben gegenüber dem Vorquartal saisonbereinigt um 0,4 Prozent zu. Verglichen mit dem vierten Quartal 2010 vergrösserte sich der private Konsum gar um 1,0 Prozent.

Mehr Bauinvestitionen und mehr Warenexporte

Auch die Ausrüstungs- und die Bauinvestitionen legten um 2,9 respektive 1,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu und trugen damit ihren Anteil zum BIP-Wachstum bei. Insbesondere die Investitionen im Bereich Radio-, Fernseh- und Nachrichtentechnik nahmen zu, wie den Zahlen des Seco weiter zu entnehmen ist.

Die Warenexporte stiegen im vierten Quartal trotz der allseits beklagten Frankenstärke ebenfalls, und zwar um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Gegenüber dem Vorjahr nahmen die Ausfuhren gar um 5,7 Prozent zu. Dabei haben sich allen voran die Exportzahlen von Chemikalien und verwandten Erzeugnissen positiv entwickelt.

Schwächelnde Dienstleistungsexporte

Anders sieht es dagegen bei den Exporten von Dienstleistungen aus, wo der starke Franken das Ergebnis doch merklich eintrübte. Die Tourismusindustrie etwa leide derzeit gleich dreifach, erklärte Scheidegger vom Seco. Ferien in der Schweiz würden für Ausländer immer teurer, Schweizer machten immer öfter im billigeren Ausland Ferien und auch die schlechte Konjunkturentwicklung in Europa wirke sich negativ aus.

Abgesehen vom Tourismus seien zudem bei den Finanzdienstleistungen wegen tieferen Kommissionserträgen im Vermögensverwaltungsgeschäft sowie beim Transithandel mit Rohstoffen Einbussen verzeichnet worden, letzteres aufgrund saisonaler Schwankungen, so Scheidegger. Gesamthaft nahmen die Dienstleistungsexporte im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 Prozent und im Vergleich zum vierten Quartal 2010 gar um 11,7 Prozent ab.

BIP-Wachstumsrate von 1,9 Prozent im Jahr 2011

 Anhand der Schätzungen für das vierte Quartal hat das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Donnerstag auch eine vorläufige Wachstumsrate für das Gesamtjahr 2011 berechnet. Diese beträgt teuerungsbereinigt 1,9 Prozent. Unter Berücksichtigung der Teuerung ergibt sich eine Jahreswachstumsrate von 2,6 Prozent.

Dabei haben sich laut Seco auch hier die Konsumausgaben der privaten Haushalte sowie der Aussenhandel mit Waren positiv auf die BIP-Entwicklung ausgewirkt. Die BIP-Zahl für das dritte Quartal 2011 berichtigten die Seco-Ökonomen nachträglich von 1,3 auf 1,6 Prozent Wachstum im Vergleich zum Vorjahr.

Bakbasel erfreut über BIP-Zahlen des Seco

Die Experten des Konjunkturforschungsinstituts Bakbasel werteten die aktuellen BIP-Zahlen des Seco als positiv. Diese zeigten, dass sich die Schweizer Wirtschaft Ende 2011 angesichts eines widrigen Umfelds gut gehalten habe. So bestehe die Chance, dass die konjunkturelle Schwächephase zur Jahreswende 2011/12 milder ausfalle als bisher erwartet.

Diese Hoffnung werde auch von den ersten Indikatoren für 2012 gestützt. So habe die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit im Januar nur minim zugenommen, womit die guten Beschäftigungsaussichten intakt blieben, urteilten die Bakbasel-Ökonomen. (npa/sda)

BIP-Quartalsschätzungen Seco

  
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