Lugano setzt in diesem Sommer auf eine eigene Währung, den Luganeser Franken. Dafür wird in den nächsten drei Wochen in fünf Schweizer Städten - St. Gallen, Bern, Basel, Luzern, Zürich - für jeweils zwei Tage eine Wechselstube aufgestellt: Dort können Fotos, Souvenirs und andere Erinnerungen an Lugano gegen 30 Luganeser Franken eingetauscht werden. «Statt Geld in teure Plakatkampagnen zu investieren, wollen wir es den potenziellen Gästen direkt zu Gute kommen lassen», meint Luganos Informationschefin Eleonora Bourgoin.
Die Geldscheine werden vom 1. Juli bis 31.Oktober dieses Jahres bei 180 Partnern im Luganese als Zahlungsmittel zum Kurs von 1:1 gegenüber dem Schweizer Franken akzeptiert: von Restaurants und Hotels bis zu Schifffahrtslinien. Ein Schild «Cambio - Lugano cambia» zeigt die entsprechenden Einrichtungen an. Die Leistungserbringer können wiederum die einkassierten Luganeser Franken bei der Stadt gegen echte Franken tauschen.
Lugano bringt insgesamt 180000 Luganeser Franken in Umlauf. «Es soll als Startkapital ein Anreiz sein, Lugano kennenzulernen, das sich in den letzten Jahren stark gewandelt und kulturell aufgerüstet hat», meint Stadtpräsident Giorgio Giudici. Mit der Aktion will sich Lugano als attraktive und kulturell aktive Stadt anpreisen - auf der Rückseite der Geldscheine finden sich entsprechende Slogans.
Mit dieser Aktion prescht Lugano in Sachen Promotion nach vorne. Die finanzkräftigste Stadt Lugano hat kürzlich ein eigenes Tourismusamt gegründet, das Werbung in eigener Regie vornehmen kann. So muss man nicht auf Promotion von Ticino Turismo warten; und Lugano Tourismus kann man sozusagen als Junior Partner einspannen. Dabei ist jetzt schon klar: Der Alleingang Luganos wird nicht allen im Kanton gefallen.






