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26.07.2012
Mehr Transparenz
Die staatliche Finanzierung der Vorbereitungskurse wie jene zur Höheren Fachprüfung Küchenchef ist heute noch sehr unklar.
Die staatliche Finanzierung der Vorbereitungskurse wie jene zur Höheren Fachprüfung Küchenchef ist heute noch sehr unklar. (Bild: Alain D. Boillat)
Die Sozialpartner wollen Klarheit in die Finanzierung der Höheren Berufsbildung bringen. Dabei werden zwei Modelle geprüft: Die Angebots- und die Subjektfinanzierung.
Gudrun SChlenczek

Die allermeisten Kandidaten bereiten sich auf eidgenössische Prüfungen (Berufsprüfung wie Gastronomiekoch, Höhere Fachprüfung wie diplomierter Küchenchef) in sogenannten Vorbereitungskursen vor. Diese Kurse werden teilweise durch die Kantone subventioniert. Allerdings kann jeder Kanton selbst entscheiden, welche Angebote er in welcher Höhe unterstützten möchte. Dies führt zu grossen kantonalen Unterschieden. Manche Berufe werden traditionell stärker subventioniert als andere. Experten schätzen, dass rund 1000 Vorbereitungskurse in der Schweiz in irgendeiner Form subventioniert werden.

Die Spitzen der Sozialpartner, des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT) und der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) arbeiten daran, Licht in das Finanzierungs-Dunkel zu bringen: «Es ist wichtig, dass etwas getan wird, damit das vorhandene Geld transparenter verteilt werden kann», fordert Jürg Zellweger vom Schweizerischen Arbeitgeberverband und Mitglied der Projektgruppe.

Bundesrat will nun die Prüfungen selbst stärker unterstützen

Dabei sollen zwei Finanzierungsmodelle für Vorbereitungskurse von eidgenössischen Prüfungen ausgearbeitet und ver- glichen werden. Ein Modell ist die sogenannte Angebotsfinanzierung: Hier erhält der Kurs-Anbieter die Unterstützungsgelder der öffentlichen Hand. Die andere Variante ist die Subjektfinanzierung: Die Beiträge werden direkt dem Kurs-Teilnehmer zugesprochen. Letzteres ist für Zellweger «die richtige Stossrichtung». Zum einen entspricht eine Subjektfinanzierung den Regeln eines freien Marktes: Die Nachfrage steuert hier sozusagen das Angebot. Die Gefahr, dass künstlich Bildungsangebote am Leben erhalten werden, ist weniger gegeben. Zum anderen ist der Einfluss der öffentlichen Hand kleiner als bei einer Angebotsfinanzierung. Bei dieser besteht die Gefahr, dass Bund und Kantone auch bei den Ausbildungsinhalten mitreden möchten. «Die Höhere Berufsbildung muss aber durch die Arbeitsmarktlogik geprägt sein», betont Zellweger. Will heissen: Die Bildungsangebote müssen flexibel sein und sich den ändernden Marktgegebenheiten laufend anpassen. Aus dem gleichen Grund ist Zellweger auch nicht unbedingt erpicht darauf, dass seitens Staat mehr Geld in die Höhere Berufsbildung fliesst. «Sprechen Bund und Kantone mehr finanzielle Mittel, kontrollieren sie auch stärker.» Diese Gefahr droht jetzt bereits mit der vom Bundesrat geplanten Erhöhung der Beiträge für die eidgenössischen Prüfungen von aktuell 25 Prozent auf 60 respektive 80 Prozent. Die dafür nötige Revision der Berufsbildungsverordnung ist noch bis zum 12. September in der Vernehmlassung.

Gewerbeverband erwartet keinen grossen Nutzen

Dass das eine mit dem anderen immer Hand in Hand geht, davon ist Christine Davatz-Höchner, Vizedirektorin beim Schweizerischen Gewerbeverband, überzeugt: «Man muss nicht meinen, dass der Bundesrat, wenn er mehr Geld spricht, nicht auch mehr Einfluss haben möchte.» Sie erachtet die finanzielle Erleichterung für die Teilnehmer bei den Prüfungsgebühren als eher marginal und erwartet deshalb auch nicht eine grosse Auswirkung auf die Bildungsnachfrage.

Im Gegensatz zu hotelleriesuisse und Arbeitgeberverband fordert Davatz, dass die Subventionierung der Vorbereitungskurse endlich im Berufsbildungsgesetz verankert wird. «Die Finanzierung muss mindestens ähnlich gehandhabt werden wie bei den Höheren Fachschulen.» Bei diesen fallen die Subventionen pro Kopf und Lektion nämlich rund dreimal so hoch aus.

  
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