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12.08.2010
Preiskampf am Airport
Wenn alles wie geplant verläuft, wird Dorint am Flughafen Zürich im Jahr 2012 ein Hotel eröffnen.
Wenn alles wie geplant verläuft, wird Dorint am Flughafen Zürich im Jahr 2012 ein Hotel eröffnen. (© zvg)
Am Zürcher Flughafen hoben die Logiernächte im ersten Halbjahr ab. Mit der erwarteten Ankunft von Dorint und weiteren Playern wird sich der Preiskampf verschärfen.
Andreas Güntert

Trotz der bangen Tage im April mit der Vulkanwolke, die den Flughafen lahmlegte: Das erste Halbjahr 2010 bescherte den Hoteliers rund um den Airport Zürich ein starkes Wachstum. Um 19,4% legten die Logiernächte gemäss Zürich-Tourismus-Vizedirektor Maurus Lauber zu; in der Grossregion Zürich (inklusive Baden, Winterthur, Zug, Zürich) waren es im gleichen Zeitraum 6,5%.

Markt erholte sich schneller als erwartet
Lauber sieht die «enorme Zunahme» der Airport-Logiernächte «in den verstärkten Marketing-Aktivitäten, einem erweiterten Hotel-Angebot sowie möglicherweise im Gewinn von Gruppen und Tour Operators, welche Übernachtungen aus preislichen Überlegungen in die Flughafenregion verschoben haben».

Auch Stefan Flury, Direktor des «Mövenpick Zürich-Airport», spürte den Aufwind im ersten Halbjahr: Eine Zunahme deutlich über 10% registrierte man bei den Zimmernächten, der Markt habe sich deutlich schneller erholt als erhofft, «seit Mai fühlt es sich an, als sei ein Schalter umgelegt worden». Euphorisch aber gibt sich Flury, der auch als Vertreter der Flughafen-Hotels im Vorstand der Zürcher Hoteliers wirkt, nicht. Weiterhin hapere es beim Durchschnittszimmerpreis, eine Folge auch des verhagelten Jahres 2009, als man in verschiedenen Preissegmenten Zugeständnisse machen musste. Jetzt setzt für den Hotelprofi die logische Entwicklung der Konjunktur ein: «Nach einer angespannten wirtschaftlichen Lage ist es normal, dass zuerst die Belegung steigt und danach die Preise folgen. In den Himmel wachsen hier die Bäume aber ganz bestimmt nicht.»

Neue geplante Kapazitäten entschärfen Preiskampf nicht
Flury spielt auf die ständig steigenden Kapazitäten an. Mit einer durchschnittlichen Belegung von 67% – in der City waren es 68% – liegt die Flughafenhotellerie gut zehn Prozentpunkte unter der Auslastung in den Spitzenjahren. Was mit dem starken Angebotswachstum zusammenhängt. Seit 2008 kamen in drei neuen Häusern gut 550 Zimmer hinzu; die heutige Total-Zimmerzahl von 2750 steigert sich bald schon auf 3000, «sollte dann das geplante Dorint-Hotel effektiv realisiert werden».

Einen guten Steinwurf entfernt vom «Mövenpick Zürich-Airport» will sich die deutsche Dorint-Kette einpflanzen. Die Gruppe mit 36 Häusern setzt gemäss Ernst-Ulrich Schweitzer, Leiter Unternehmensentwicklung, auf Expansion in Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland. 2011 soll mit dem Bau in Glattbrugg begonnen, 2012 mit 240 Zimmern ein «schlankes 4-Sterne-Hotel» eröffnet werden. Neben den Betrieben in Basel und Beatenberg sieht man bei Dorint hierzulande weitere Chancen, «in der Geschäfts- wie auch in der Ferienhotellerie». Auf eine angestrebte Anzahl Hotels will man sich aber nicht festlegen.

Zumal auch das Zürcher Flughafenprojekt noch nicht in Stein gemeisselt ist. Die Dorint-Gruppe lässt das Objekt vom Könizer Bauunternehmen Losinger planen und realisieren; es muss sich aber noch ein Investor finden. Erst wenn dieser vorliegt, wird voraussichtlich bis Ende Jahr die Piste startklar für das nächste Flughafenhotel in Zürich. Weil um den Airport mittelfristig weitere Hotels mit rund 500 zusätzlichen Zimmern in Planung sind, bleibt der Preiskampf ein ständiger Flugbegleiter.

 

  
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