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04.02.2010
Toplage, aber «zu riskant»
Die Toplage im Tower überzeugt nicht alle Gastronomen.
Die Toplage im Tower überzeugt nicht alle Gastronomen. (© zvg)
Im geplanten höchsten Gebäude Zürichs soll ein Premium-Restaurant entstehen. Namhafte Betreiber haben das Projekt geprüft – und abgelehnt.
Samira Zingaro

Mit 126 Metern soll er Zürichs höchstes Gebäude werden: der Prime Tower im Westen der Stadt, zwischen Zuggeleisen und Escher-Wyss-Platz. Dort plant die Investmentgesellschaft Swiss Prime Site auch ein «Gourmetlokal auf 120 Meter über der Stadt» – auf den ersten Blick eine Toplage in einem prestigeträchtigen Bau. Namhafte Gastrounternehmen haben das Konzept im Bürowolkenkratzer geprüft – und abgelehnt, wie Recherchen der htr hotel revue zeigen. Seit Mai 2008 läuft die Suche.

Millionen von Franken müssten investiert werden
So wurde das Gastroimperium Bindella zweimal angefragt. «Das Projekt hat mich sehr gereizt», sagt Rudi Bindella. Doch bei näherer Prüfung erschien dem Unternehmensleiter ein Premium-Betrieb im 36. Stockwerk «zu ambitiös». 3 bis 5 Millionen Franken Investitionen erfordert aus seiner Sicht die Einrichtung des Rohbaus. Hinzu käme eine Jahresmiete in siebenstelliger Höhe. Um eine Rendite zu erzielen, hätte man 10 bis 12 Millionen Franken jährlich umsetzen müssen – was rund 100000 Gästen entspricht. Erfahrungen in dieser Grössenordnung besitzt der Gastronom etwa mit dem «Terrasse» in Zürich oder dem «Kornhaus» in Bern. «Das sind aber ebenerdige Betriebe», so Bindella. In New York oder in London hätte so ein gewagtes Projekt wohl auf Anhieb Erfolg, in Zürich müsste eine längere Anlaufzeit in Kauf genommen werden. Aus Sicht des Konzernchefs rentiert ein Restaurant in diesen Räumen nur, wenn sich ein Investor und ein Patron als Geldgeber finden lässt.

Skeptisch, ob Restaurant an diesem Standort rentiert
Das Projekt verworfen hat auch Gammacatering, eine führende Catering-Firma. «Wir standen vor dem Vertragsabschluss», sagt Simone Segantini, Leiterin für Grossprojekte und Start-ups. Man sei erst «Feuer und Flamme» gewesen. Doch nach genauer Prüfung krebste das Unternehmen zurück: «Wir sind skeptisch, ob ein Restaurant an diesem Standort in diesem Segment rentiert», sagt Segantini. Das Kriterium sei nicht die Höhe, sondern das Quartier. Erstens müsse der Betrieb die ganze Woche ausgelastet sein. «Im Kreis 5 sind die Restaurants aber vor allem am Wochenende voll.» Zweitens seien auf dem Areal noch weitere Gastrobetriebe vorgesehen. «Das erschien uns zu riskant.» Ein Restaurant mit 150 Sitzplätzen für Zürich sei zudem generell sehr gross.

Abgewunken hat auch die Compass Group Schweiz AG. Unter anderem «zu risikoreich» erschien es der Gastrogruppe ZFV. Angefragt wurde Kramer Gastronomie. Für sie kommt das Projekt nicht in Frage. In Vertragsverhandlungen befindet sich die SV Schweiz.

Zugeknöpft gibt sich die Eigentümerin des Prime Towers, Swiss Prime Site. Sprecherin Nicole Stamm äussert sich nicht zur Detailplanung. Man stünde mit Gastronomen im Gespräch und sei im Zeitplan – das Gebäude soll im April 2011 bezugsbereit sein.

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Zu hochgesteckt für Gastronomen? Der geplante Prime Tower. <nobr>   (© zvg)</nobr>
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