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04.02.2010
Tourex auf der Kippe
Wie lange noch können sich Touristiker auf die Fachprüfung eidg. dipl. Tourismusexperte vorbereiten?
Wie lange noch können sich Touristiker auf die Fachprüfung eidg. dipl. Tourismusexperte vorbereiten? (© Alain D. Boillat)
2009 elf Diplomierte, dieses Jahr sechs Anmeldungen: Die Lust am Tourex ist gering. Der diesjährige Kurs entscheidet über die Zukunft dieser Weiterbildung.
Christine Künzler

Im April beginnt der neue Vorbereitungskurs für die Fachprüfung eidg. diplomierte/r Tourismusexperte/Tourismusexpertin (Tourex). Getragen wird diese Weiterbildung von sieben touristischen Verbänden, auch vom Schweizer Tourismus-Verband. Letzten Dezember wurden elf Absolventen diplomiert. Für den neuen Kurs haben sich bis jetzt sechs Personen angemeldet, für weitere zehn wird die Zulassung geprüft, sagt Martin Barth, Leiter Weiterbildung am Institut für Tourismuswirtschaft ITW der Hochschule Luzern, das den Vorkurs anbietet. Fakt: Es mangelt an Tourismusfachleuten, die diese höhere Fachprüfung in Angriff nehmen wollen. Ob der Kurs dieses Jahr durchgeführt werden kann, bleibt offen. «Wir benötigen 18 Teilnehmende», so Barth.

Für Mario Lütolf, Direktor des Schweizer Tourismus-Verbandes, ist der diesjährige «ein Testkurs»: Das Interesse daran entscheidet, ob der Tourex-Vorkurs überhaupt weitergeführt wird. «Die geringe Nachfrage ist ernüchternd. Der Kurs 2010 wird zeigen, ob Tourex nur eine gute Idee ist aber keinem Bedürfnis entspricht.» Dabei, so Lütolf, könnten sich Praktiker mit dieser Fachprüfung beruflich besser rüsten. «In der Branche gibt es viele Jobs, die man gut mit Tourismusexperten besetzen kann. Über den Grund des mangelnden Interesses kann er nur spekulieren: «Die Weiterbildung ist intensiv und anspruchsvoll, das Angebot in der Bildungslandschaft gross.»

Früher boten zwei Schulen die Vorbereitungskurse an: Die Internationale Schule für Touristik IST in Zürich und das ITW in Luzern. Weil die Nachfrage nie gross war, führt heute nur noch das ITW die Vorbereitungskurse durch. Auch ist das Konzept verschiedentlich angepasst worden.

«Die Studierenden müssen sich bewusst sein, dass es sich in erster Linie um eine betriebsökonomische Ausbildung handelt», sagt Barth. Themen wie Dienstleistungsmarketing, Unternehmensführung, Finanz- und Rechnungswesen stehen im Vordergrund. «Ich bin überzeugt, dass die Höhere Berufsbildung ihre volle Berechtigung hat. Es wollen nicht alle an eine Fachhochschule» , sagt Barth. Tourex sei eine moderne und attraktive Weiterbildung.

Für den nächsten Kurs werden einige Änderungen vorgenommen: So müssen die Studierenden neu keinen Businessplan mehr erstellen, der Aufbau des Vorkurses wird verbessert und die Kursdauer von 18 auf 15 Monate reduziert.

Der nächste Kurs beginnt am 9. April 2010. Näheres unter www.hslu.ch/tourex.

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