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17.06.2010
Wellen in Weggis
Neben der Villa Köhler, dem alten Hotel Albana (oben links), soll gemäss  Gestaltungsplan ein Erweiterungsbau mit rund 140 Zimmern entstehen. Beim Kubus an der Seestrasse handelt es sich um die Volumetrie des erstrangierten Projektes im Rahmen des Projektwettbewerbs Paradies.
Neben der Villa Köhler, dem alten Hotel Albana (oben links), soll gemäss Gestaltungsplan ein Erweiterungsbau mit rund 140 Zimmern entstehen. Beim Kubus an der Seestrasse handelt es sich um die Volumetrie des erstrangierten Projektes im Rahmen des Projektwettbewerbs Paradies. (© zvg)
Ein Ausbau- und Umbau-Projekt in Weggis sorgt für heisse Köpfe. Jetzt liegen die Gestaltungspläne für das geschlossene Hotel Albana bei der Gemeinde auf.
Daniel Stampfli

Weggis soll in Zukunft nicht nur Erholung Suchende anziehen, sondern vermehrt auch Kongress- und Seminargäste. Möglich werden soll das durch den Ausbau des Hotels Albana, das seit drei Jahren geschlossen ist. Das Richtprojekt, das gestern mit der Auflage des Gestaltungsplanes präsentiert wurde, sieht die sanfte Renovation der Villa Köhler, des Hauptgebäudes des bisherigen Hotels Albana, vor. Die denkmalgeschützten Räumlichkeiten im Erdgeschoss sollen auch in Zukunft öffentlich oder halböffentlich zugänglich sein und als Restaurant oder für spezielle Anlässe, wie etwa Bankette oder Hochzeiten genutzt werden können. In den oberen Stockwerken sollen Hotelzimmer untergebracht werden.

Der Hotelneubau mit rund 140 Zimmern wurde als Economy-Kongresshotel konzipiert und weist seeseitig fünf Geschosse auf. Es bietet neben neben einem Restaurant und einem kleinen Fitnessbereich modular aufgebaute Kongressräume für bis zu 400 Personen. In der geplanten Tiefgarage wird es Platz für rund 80 Autos haben. Das geplante Economy-Kongresshotel soll als Ganzjahresbetrieb im 3- bis 4-Sterne-Bereich betrieben werden, und zwar durch eine internationale Hotelkette, die bereits bestimmt ist. Der Vertrag wird erst bei Baugenehmigung gültig.

Da die Nebenbauten des alten Hotels Albana ersatzlos abgebrochen werden und der Neubau hinter das alte Hotel Albana zu stehen kommt, soll der Park seeseitig an Fläche gewinnen. Grundeigentümerin und Investorin ist die Zürcher Avrora – Albana GmbH.

Projektleiter Marco Bosshardt geht von einem frühestmöglichen Baubeginn im Herbst 2011 aus. Die Investitionen werden auf gut 40 Mio. Franken beziffert.

Peter Kämpfer, Präsident von Weggis Vitznau Rigi Tourismus, begrüsst den geplanten Ausbau. Das Projekt verleihe Weggis neue Impulse. «Wir sind bestrebt, eine Ganzjahres-Destination zu werden. Dies ist ein weiterer Baustein dazu», so Kämpfer. Weggis benötige mehr Hotelzimmer im nicht allzu teuren Bereich, damit grössere Events durchgeführt werden könnten. «Hinzu kommt, dass Weggis mit einem optimalen Resort-Charakter über eine attraktive Lage und verkehrsmässige Anbindung verfügt.» Und das «Albana» biete eine tolle Sicht auf den See. «Zum Glück hat Weggis eine Kur- und Hotelzone, sonst gäbe es hier sehr viele Hotels nicht mehr.» Widerstand erwächst dem Projekt aus der Nachbarschaft. Die Gegner erachten das Projekt als überdimensioniert und Verschandelung des Ortsbildes. Wie aus deren Kreisen zu erfahren war, wollen einzelne Vertreter aus der «Albana»-Nachbarschaft eine Volksinitiative lancieren, um eine «massive Verschärfung» der Bestimmungen der Kur- und Hotelzone für Hertenstein Weggis Rigi-Kaltbad zu erwirken. Nach Gemeindereglement müssten innert sechs Monate 500 Unterschriften zusammen kommen.

  
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