sommerwetter
16.07.2012
Weniger Ausflügler im Berner Oberland
Mürren (1638m) im Berner Oberland mit  Blick auf Eiger (3970 m), Mönch (4099 m) und Jungfrau (4158 m).
Mürren (1638m) im Berner Oberland mit Blick auf Eiger (3970 m), Mönch (4099 m) und Jungfrau (4158 m). (© Swiss-Image)
Der verregnete Sommer macht den Tourismusbetrieben im Kanton Bern unterschiedlich zu schaffen. In Interlaken etwa kompensieren asiatische Gruppen fehlende Ausflügler. Doch in entlegeneren Bergregionen präsentiert sich die Situation schwieriger.

«Auf den Pässen Grimsel und Susten fehlen derzeit die Tagesgäste stark», sagt Thomas Michel, Präsident beim Hotelierverein Haslital. Das hat mehrheitlich mit dem Wetter zu tun. Auch bei den Wanderern, Bergsteigern und Kletterern präsentiert sich die Situation eher bescheiden.

Allerdings sei es für eine erste Einschätzung des Sommers noch zu früh, hält Michel fest. Die meisten Gäste seien eher für Ende Juli zu erwarten. Im Moment sei es aber, das höre er allgemein im Verein, ein ruhiger Sommer.

Vermiestes Terrassengeschäft
Das regnerische Wetter vermiest derzeit vor allem das Terrassengeschäft der Hotels und Restaurants in den Bergen. Dies bestätigt Melanie Brotschi, Restaurantleiterin aus dem Berner Oberländer Dorf Mürren. Logischerweise sinke bei schlechtem Wetter der Umsatz im Terrassengeschäft deutlich.

Wichtig für die Tourismusbetriebe im Berner Oberland sind derzeit die zahlreichen Gruppen aus dem asiatischen Raum. «Diese Gruppen kommen auch bei schlechtem Wetter», sagt Brotschi.

Das sieht auch Hotelier Stephan JJ. Maeder so. «Die Asiaten haben Freude am Regen», erklärt der Präsident vom Hotelier-Verein Berner Oberland. Die asiatischen Touristen suchten die Sommerfrische und hätten eher mit heissen Temperaturen Mühe.

Wetterglück bei Grossanlässen
Dank der vielen Gäste aus Asien, Indien und den Golfstaaten bekundet Interlaken bei den Hotelübernachtungen kaum Mühe mit dem regnerischen Sommer. «Diese Gäste schauen weniger auf das Wetter», sagt Patrizia Pulfer, Sprecherin von Interlaken Tourismus.

Klar sei indes, dass bei schlechtem Wetter weniger Schweizer Touristen spontan aufs Bödeli kämen, fügte Pulfer an. Allerdings verfüge die Region auch über genügend wetterunabhängige Angebote. Wetterglück hatte das Bödeli in diesem Sommer bei den zwei grossen Events, dem Greenfield-Festival sowie dem Trucker- und Countryfestival.

Bei den Jungfraubahnen hat sich das regnerische Wetter bisher wenig ausgewirkt. «Unsere Grundauslastung ist sehr hoch», sagt Mediensprecher Simon Bickel. Die Gruppen aus Asien gehen auch bei kühlerem Wetter gerne aufs Jungfraujoch.

Auf andere, etwas weniger internationale Ausflugsziele wirkt sich der regnerische Sommer aber schon aus. Bei der Schynige-Platte-Bahn, die zu den Jungfraubahnen gehört, bekam man dieser Tage das regnerische Wetter zu spüren, wie Bickel sagt.

Vor- und Nachteile
In der Stadt Bern halten sich bisher positive und negative Auswirkungen mehr oder weniger die Waage. «Wenn es in den Bergen regnet, weichen Touristen gerne auf ein Schlechtwetterprogramm in der Stadt aus», sagt Isabel Furrer, Sprecherin von Bern Tourismus.

Dafür blieben bei schlechtem Wetter die übrigen Tagesausflügler eher aus, etwa die Badegäste an der Aare. Im Moment sei die Lage also schwierig abzuschätzen.

Die meisten befragten Tourismusexperten wiesen im Übrigen neben dem regnerischen Wetter auf den starken Franken zum Euro hin. Nach wie vor sei dies der Hauptgrund für die Zurückhaltung vieler Touristen aus dem für das Geschäft wichtigen Euro-Raum. (npa/sda)

  
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