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06.08.2009
Noch keine Absagen bei den Seminarhotels
(© Fotolia)
Im Seminarhotel versammeln sich viele Gäste auf kleinem Raum. Die Gefahr, sich anzustecken, ist hier besonders gross. Noch sind deswegen keine Absagen eingetroffen.
Christine Künzler

Abmeldungen hat das 3-Sterne-Superior-Seminarhotel Sempachersee in Nottwil bis zu diesem Zeitpunkt noch keine erhalten, wie Direktor Remo Fehlmann auf Anfrage sagt. «Im Gegenteil, für uns läuft es im Moment gut, weil viele Organisatoren vom 4-Sterne-Hotel in ein 3-Sterne-Hotel wechseln.»

Fehlmann geht nicht davon aus, dass sein Haus bei einer möglichen Epidemie stark betroffen wäre. «90 Prozent unserer Gäste kommen aus der Schweiz. Damit ist das Risiko geringer als in Businesshotels in der Stadt, deren Gäste aus verschiedenen Ländern anreisen», gibt der Hoteldirektor zu bedenken.

Vorgesorgt hat er aber trotzdem: Mit einem Pandemieplan, mit Schutzmasken und einer Epidemieversicherung, die er vor Jahren abgeschlossen hatte. «Oft hinterfragten wir den Sinn dieser Versicherung. Doch möglicherweise wird sie sich jetzt als unternehmerische Weitsicht erweisen.» Die Versicherung bezahlt aber nur den Betriebsausfall während einer Epidemie und nicht wenn Hotelgäste annullieren.

Auch Fritz Wüthrich, Direktor des Mövenpick-Hotels in Egerkingen, hat bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Annullationen von Seminaren und Meetings erhalten. «Doch wir rechnen damit», erklärt Wüthrich gegenüber der htr hotel revue. «Wie viele das sein werden, ist schwer abzuschätzen. Noch wissen wir nicht, was Hysterie und was wirklich Sache ist», führt der Hoteldirektor aus.

Die Annullationskosten für Seminare berechnet Wüthrich von Fall zu Fall. Normalerweise bezahlt der Gast 50 Prozent bei einer Kündigung 60 Tage vor dem Termin, 80 Prozent bei 30 Tagen und 100 Prozent bei sieben Tagen. «Wenn wir die Seminarräume weiterverkaufen können, rechnen wir dem Organisator die Annullationskosten an, wenn er später bei uns bucht», erklärt Wüthrich. Anders ist die Situation bei den Zimmerpreisen: Annulliert der Hotelgast 48 Stunden im Voraus, bezahlt er noch 50 Prozent des Preises.

Einen Pandemieplan, habe das «Mövenpick» bereit gestellt. «Wir beginnen jetzt, unsere Mitarbeitenden auf die Schweinegrippe zu sensibilisieren.» Bei der Information seines Teams halte er sich, sagt Wüthrich, vor allem an die die Merkblätter, die hotelleriesuisse ausgearbeitet habe.

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