meinung
11.02.2010
Standpunkt
(© zvg/htr)

Es ist unbestritten: Das Trinken aus der Leitung belastet die Umwelt weniger als der Konsum von Mineralwasser. Doch deswegen zu fordern, es sei in allen Kantonen gesetzlich vorzuschreiben, dass Restaurants und Bars zu jeder Mahlzeit gratis eine Karaffe «Hahnenburger» anzubieten haben, geht zu weit. Das verlangen die Konsumentenschutzorganisationen ACSI, FRC und SKS in ihrem Zehnpunkteprogramm. Erfahrungsgemäss erhält man bei einem Essen anstandslos ein Glas Wasser, so man es verlangt. Viele Gastrobetriebe bieten dies unaufgefordert auch zum Espresso an. Nur in Ausnahmefällen kommt es vor, dass einem dies verweigert wird oder dafür zu bezahlen ist. So geschehen in jenem Gourmet-Restaurant in der Nähe von Bern, als die Schreibende nach einem fünfgängigen Essen inklusive Apéro, Wein und Mineralwasser, ein Glas Wasser verlangte. Dies sei nicht möglich, wurde uns beschieden, Wasser werde nur halbliterweise angeboten, und das koste natürlich. Wir lehnten dankend ab. Später fragte der Chef, ob wir zufrieden seien. Wir antworteten, es sei alles wie immer vorzüglich gewesen, doch hätten wir wenig Verständnis dafür, dass nach einem solchen Essen ein Glas Wasser nicht inbegriffen sei. Das hätten wir besser nicht getan: Es hagelte Beschimpfungen und man drohte uns, wir sollten uns besser nie mehr blicken lassen. Solches Verhalten – auch wenn es die Ausnahme ist – schadet der Gastronomie und provoziert Forderungen wie die eingangs erwähnte. Um diesen Vorstössen den Wind aus den Segeln zu nehmen, ist umweltbewussteres Verhalten gefragt. Das heisst für Gastronomen: Sie sollen lokalen oder Schweizer Mineralwassern den Vorzug geben und auf von weit her importiertes Mineralwasser verzichten. Und wenn der Gast dies wünscht, Leitungswasser ausschenken – je nach Konsumation auch mit Kostenfolge.

Franziska Troesch-Schnyder steht seit 2004 dem Konsumentenforum vor.



«Gastronomen sollen lokalen oder Schweizer Mineralwassern den Vorzug geben.»

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