An dieser Liebesgeschichte ist hotelleriesuisse nicht ganz unschuldig: Karin und Kevin Kunz, Direktionsehepaar des Hotel Mont Cervin Palace in Zermatt, lernen sich 1994 im Unternehmerseminar des Verbandes kennen. «Ich führte das American Colony in Jerusalem, Karin war HR-Verantwortliche im Kursaal Bern», erzählt der 51-jährige Kevin Kunz. Nach dem ersten Treffen geht alles ganz schnell: Karin besucht Kevin in Israel. Ein Jahr später packt sie ihre Koffer ganz. Einfach war der Start in Jerusalem für die heute 44-Jährige nicht: «Ich habe mir nicht viel Gedanken gemacht, dachte, mir liegt die ganze Welt zu Füssen.» Nach einem Jahr Zusammenleben in einer «männlichen Welt» entscheiden sich die beiden zu heiraten. «Ich habe immer gesagt, ich heirate nie, schon gar nicht einen Hotelier. Aber: Es ist einfacher, wenn die Gäste wissen, dass man ein Paar ist. Gerade in Israel.» 300 internationale Gäste wohnen dem Fest im Hotel bei. Mit den engsten Freunden ging es zuvor in die Wüste, wo das Paar von einem guten Freund und dominikanischen Mönch gesegnet wurde. Für beide sei Israel ein Meilenstein gewesen, so Kevin Kunz. Trotzdem geht es um die Jahrtausendwende weiter: Der Wunsch, am Meer zu leben, führt das Paar ins Clubhotel Giverola in Tossa de Mar, Spanien. Nach acht Jahren kehren der in Singapur geborene Halb-Schweizer, Halb-Irländer und die Bernerin zurück in die Schweiz. War man sich immer einig, wenn es um die nächste Station ging? «Eigentlich schon», meint Kevin Kunz. «Obwohl: Karin verankert ihre Wurzeln tiefer in der Erde. Wenn sie angekommen ist, bringt man sie kaum mehr weg.» Karin Kunz lacht, und erklärt: «Ich bin nicht gerne zurückgekehrt, das Mediterrane hat mir zugesagt. Heute gefällt es mir auch hier sehr gut. Da wären wir wieder - bis zur nächsten Station.» Kevin liebe schwierige Projekte. «Läuft es rund, wird ihm langweilig», so Karin Kunz. Dass das für seine Frau nicht immer einfach ist, versteht er: «Wenn man geht, lässt man ein Stück von sich zurück. Das ist immer hart.» Dann eine Partnerin an der Seite zu haben, sei schön: «Man nimmt die Erinnerungen mit und kann diese teilen.»
Es ist wie bei zwei Bäumen: Einfache Regeln können helfenKarin Kunz ist überzeugt, dass sie beide viel aus früheren Beziehungen gelernt haben: «Kevin war schon einmal verheiratet, seine Frau ist leider gestorben. Auch ich hatte zuvor eine lange Beziehung. Wir wissen also, wie wir es nicht mehr machen möchten.» Kevin Kunz erinnert sich an die Worte einer guten Freundin: «Es ist wie bei zwei Bäumen: Pflanze sie mit genügend Abstand, damit sie beide wachsen können.» Um Arbeits- und Privatleben zu trennen, haben die beiden eine Regel aufgestellt: Zu Hause wird nicht übers Geschäft geredet. Wird die Regel gebrochen, heisst es: Tenue anziehen und ab ins Hotel. «Beim vierten Mal wird dir das zu blöd», so Kevin Kunz. Seine Frau bestätigt: «Es klappt meistens. Wenn nicht, dann wegen mir.» Für sich hat sie eine Lösung gefunden: «Ich erzähle es dann einfach unserem Hund.»
Hotel oder Hundeheim? Reibungspunkte gibt es immerPepe ist Katalane, ein Mischling und «ein super Hotel-Hund», wie Kevin Kunz findet. Mit Kindern habe es nicht geklappt, so sei der Hund ein Familienmitglied mehr. «Ich hätte gerne noch mehr Hunde», sagt Karin Kunz. «Wenn wir ein Hundeheim haben, einverstanden. Solange wir Hotels führen, reicht einer», meint ihr Mann. Ein Punkt, in dem sie sich uneinig sind? Kevin Kunz: «Klar, Reibungspunkte gibt es immer.» Leidet dann das ganze Hotel mit? «Ich glaube, wenn wir Zoff haben, merkt das niemand. Die Mitarbeitenden sehen uns nicht als Paar, sondern als Kevin und Karin, jeder hat seine Funktion.» So wie jeder geliebte Eigenschaften hat: «Karin? Sie ist zu allen Menschen gleich. Undiplomatisch ehrlich und herzlich. Das liebe ich sehr an ihr.» - «Kevin überrascht mich immer wieder. Man kann nie sagen, er ist so oder so, das ändert sich. Trotzdem ist er mein Zuhause. Es ist egal wohin wir gehen - wo er ist, fühle ich mich wohl».
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