Sind der Austritt des ägyptischen Investors Samih Sawiris aus dem Verwaltungsrat der Andermatt Swiss Alps AG (ASA) und die Übernahme des Präsidiums durch Gerhard Niesslein der Anfang des Endes für das Resort-Projekt in Andermatt? Benno Nager, der von Sommer 2007 bis Frühjahr 2012 für das Sawiris-Projekt in Andermatt engagiert war, wertet den Austritt Sawiris' aus dem ASA-VR nicht so. Da Sawiris VR-Präsident der Orascom, der Muttergesellschaft der ASA ist, ergäben sich keine Probleme. Sawiris müsse nicht bei allen Orascom-Tochtergesellschaften im VR sein. Schliesslich geschehe die Kontrolle über die Orascom. Zurzeit sei Andermatt das wichtigste Projekt von Orascom und werde weiter vorangetrieben. Nager ist heute selbstständiger Berater unter anderem auch für den Zusammenschluss der Skigebiete von Andermatt und Sedrun.
Verzögerungen und «ewige» BaustelleAuch Christian Laesser, Professor für Tourismus und Dienstleistungsmanagement an der Uni St.Gallen, sieht keine Gefahr aufgrund des Austritts von Sawiris aus der ASA. Auf dem Weg zur Verwirklichung des Resorts bestünden allerdings noch diverse Hindernisse. Laesser spricht von «grossen Herausforderungen». Dies betreffe die Suche nach Käufern für die Objekte. Ziel sei die Schaffung warmer Betten, doch seien Käufer in der betreffenden Preislage kaum bereit, ihre Besitztümer zu vermieten. Und solange nicht verkauft werde, werde auch nicht gebaut. Deshalb könne es durchaus zu Verzögerungen kommen bzw. sich um eine permanente Baustelle handeln.
Die Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative sei hingegen für das Andermatt-Projekt kein Problem. Frühere Planungen wie in diesem Fall seien in einem Verordnungsartikel berücksichtigt. Das Projekt könnte sogar begünstigt werden, da an guten Standorten nicht mehr viele neue Objekte gebaut werden können.
Kritik an häufigen personellen WechselnMarco Strittmatter, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank, hat der Rückzug von Sawiris aus der ASA auch überrascht. Doch auch er will dies nicht überbewerten. Sawiris sei bei Orascom immer noch der starke Mann. Auffallend bei ASA sei aber der häufige personelle Wechsel in der Geschäftsleitung und in der Kommunikation. Solche Änderungen würden auch relativ schlecht kommuniziert. Sollte die Orascom-Leitung die Muttergesellschaft aufgeben, würde auch in Andermatt nicht mehr weiter gebaut. Es sei denn, jemand anders übernimmt die Andermatt Swiss Alps und führt das Projekt weiter.






