dolce vita
11.03.2010
Ans Eingemachte
Früher staubten die Einmachgläser im Keller ein, heute halten sie Einzug selbst in die Spitzengastronomie.
Früher staubten die Einmachgläser im Keller ein, heute halten sie Einzug selbst in die Spitzengastronomie. (© zvg)
Eine glasklare Sache: Einmachgläser erleben ein Revival. Sie eignen sich zum Vorbereiten und Haltbarmachen von Leckerbissen – und sehen hübsch aus.
Claudia Diemar

Es gibt Dinge, die erinnern auf sympathische Weise an die gute alte Zeit, als Grosi noch selbst Aprikosen und Kirschen einkochte und die Tante knackige Gartengurken mit geheimer Würzmischung einlegte. Im Keller wurden die Schätze des Sommers auf Regalen oder in einem alten Schrank gehütet: Stattliche Gläser, die Einblick auf die Früchte und Gemüse darin gewährten. Beliebt waren die Gläser mit der eingeprägten Erdbeere, dem weltweit geschützten Markenzeichen der Firma Weck.

Das Anlegen und Konservieren von Vorräten ist eine uralte Tradition der Menschen. Lange waren Einsalzen und Trocknen oder die Aufbewahrung in Essig oder Öl die einzigen bekannten Verfahren. Ab 1690 wurden erste Versuche mit einer Vakuum-Methode unternommen. Doch erst 1892 konnte der deutsche Chemiker Rudolf Rempel ein Vakuum-Vorratsglas mit abdichtendem Gummiring und Deckel zum Patent anmelden. 1895 kaufte Johann Weck das Rempelsche Patent und gründete eine Fabrik zur Herstellung der Gläser im badischen Öflingen nahe der Schweizer Grenze. Der Siegeszug durch Küchen und Keller der Hausfrauen Mitteleuropas begann. Der Einfachheit halber sprach man vielerorts nicht mehr vom Einkochen, sondern nannte den Vorgang gleich «Einwecken». Während der Notzeiten der Weltkriege und den Hungerjahren danach war das Einkochen selbst angebauter Vorräte ein Segen. Erst mit der Verbreitung der Tiefkühlkost verloren die Gläser an Bedeutung und staubten ungefüllt in den Kellern ein. Nun erleben sie ein Revival – meist in Form von Miniaturgläsern. Bis nach Dubai werden sie inzwischen verschickt. Auch die Schweizer Gastronomie hat die «Minitulpen» und «Sturzgläser» neu entdeckt. Spitzenköchin Tanja Grandits hat gar ihr Buch «Alles klar!» dem Trend gewidmet.

Die Gläser eignen sich ideal zum Vorbereiten und Haltbarmachen von Leckerbissen und sind gleichzeitig so ansehnlich, dass Sorbets, Süppchen und Terrinen gern direkt im Glas serviert werden.

www.weck-glaeser.ch

 

 

 

  
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