dolce vita
02.09.2010
Bühne frei für die edlen Weine aus den Alpen
Eines der neuen Mitglieder bei Clos, Domaines & Châteaux: die Domaine de Sarraux-Dessous in Begnins mit ihrer prachtvollen Residenz aus dem 16. Jahrhundert.
Eines der neuen Mitglieder bei Clos, Domaines & Châteaux: die Domaine de Sarraux-Dessous in Begnins mit ihrer prachtvollen Residenz aus dem 16. Jahrhundert. (© Regis Colombo/zvg)
Schweizer Spitzenwinzer präsentierten am Montag im Zürcher Kongresshaus ihre neusten Jahrgänge. Auch Gäste aus dem Südtirol und Österreich durften sich vorstellen.
Renate Dubach

Der Einladung des Mémoire des Vins Suisses, des Vereins, der das Ansehen des Schweizer Weins fördern will, folgen von Jahr zu Jahr mehr Winzer, 2009 kamen noch 76, am letzten Montag waren es 124. Bei der diesjährigen Weinschau gab es zusätzlich eine Spezialität: die Alpenweinbühne. Hier durften sich Österreicher und Südtiroler Winzer mit ihren grossen Weinen zu ihren Schweizer Kollegen stellen – «weil wir die Bühne nicht einfach zur Selbstbeweihräucherung brauchen wollen», wie es Moderator Andreas Keller formulierte. Hier sollten vor allem die Hauptsorten der drei Länder zum Zug kommen, vorzugsweise autochthone Rebsorten.

Blinddegustationen am Alpenweinseminar
Dazu gab es zwei Alpenweinseminare, an welchen je 18 Weine vorgestellt wurden. Die rund 50 Teilnehmer des ersten Seminars waren gefordert: Es gab nämlich nicht ein paar Degustationsweine, die von den Experten auf der Bühne – Barbara Meier-Dittus von Vinum Schweiz, Willi Klingler von der Österreich Wein Marketing GmbH und Helmuth Köcher, Leiter des Merano Wine Festivals – erklärt und kommentiert wurden. Sondern eine Blinddegustation.

Angekündigt wurden dreimal drei Weissweine, dreimal drei Rotweine – ohne Infos über Herkunft, Sorten oder Preise. Bei den leichten Weissweinen war das Spektrum zwar eingeschränkt. Man konnte sich ausrechnen, dass ein Chasselas, ein Grüner Veltliner und ein Weissburgunder dazu gehören mussten.

Der Südtiroler Weissburgunder DOC Rayèt 2008 vom Landesweingut Laimberg für Fr. 18.80 war bei den Teilnehmern der beliebteste des Trios. Er gefiel mit seiner markanten Säure, seiner Fülle und Fruchtigkeit. «Kein Wunder», kommentierte Helmuth Köcher, «dies ist einer der besten Südtiroler Weissburgunder.»

Lustig war, dass fast alle im Saal den österreichischen Riesling mit dem Walliser Petite Arvine verwechselten. Beide – der eine vom Weingut Hirtzberger aus der Wachau, der andere von der Domaine Rodeline – wiesen eine intensive Aromatik auf, hatten exotische Noten im Gaumen und einen langen Abgang. Allerdings war der Riesling Smaragd Hochrain 2009 viel beliebter beim Publikum. Er ist mit 59 Franken fast doppelt so teuer wie der Petite Arvine Les Claives 2009 Fully Valais AOC mit Fr. 27.50.

Der Merlot von Gialdi in Mendrisioüberzeugte am Seminar
Bei den roten Serien siegte zweimal Österreich. Einmal mit einem St.Laurent von Gerhard Pittnauer, eher knapp vor einem Cornalin der Cave du Rhodan und einem Vernatsch vom Premstallerhof. Beim Pinot-Noir-Trio liess der 2007er von Schloss Halbturn mit seinen starken Röstaromen die Konkurrenzprodukte des Churers Thomas Mattmann und der Kellerei Girlan aber weit hinter sich.

Bei der letzten Serie konnte ein Schweizer Wein die Seminarteilnehmer für sich einnehmen: Der runde, füllige und fast samtene Sassi Grossi 2007 Merlot del Ticino DOC von Gialdi in Mendrisio für 45 Franken überzeugte.

  
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Alpenweinbühne mit Lounge... <nobr>   (© Hans-Peter Siffert)</nobr>
...und entsprechenden Klängen. <nobr>   (© Hans-Peter Siffert)</nobr>
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