In den letzten Jahren zählte der Libanon nicht zu den beliebten Urlaubszielen. Erinnerungen an den jahrelangen Bürgerkrieg haben Reiseentscheidungen meist negativ beeinflusst. Doch die Zeiten ändern sich – so sehen es zumindest einige Reiseveranstalter und Hotelinvestoren. FTI aus München bietet das umfangreichste Programm: «Der Libanon ist kein Massenreiseziel», sagt der zuständige Manager Hicabi Ayhan. «Aber wir hatten realistische Erwartungen und freuen uns über das stark steigende Interesse an dieser Destination.» Probleme diagnostiziert er im noch nicht ausreichenden Flugangebot und auch die Zahl der Hotelbetten müsse noch steigen.
Zwei Luxushotels sind neu eröffnet worden
Im obersten Segment kann sich Beiruts Hotellerie bereits über prominenten Zuwachs freuen. In diesem Jahr eröffneten mit dem «Le Gray» und dem «Four Seasons» gleich zwei Luxushotels. «Kaum waren die Türen geöffnet, schon wurden wir zum erfolgreichsten Hotel der Region», freut sich Stefan Simkovic, General Manager des «Four Seasons». Der schlanke Tower in Form eines Segels befindet sich an bester Lage direkt an der berühmten Corniche, der kilometerlangen Strandpromenade von Beirut. Alle 170 Zimmer und 60 Suiten verfügen über einen Balkon oder eine Terrasse und sind stilvoll nach Entwürfen des französischen Designers Pierre-Yves Rochon eingerichtet. Im obersten Stockwerk befindet sich die Royal Suite, die mit französischen Antiquitäten ausgestattet ist. Von der Terrasse geniessen die Gäste einen fantastischen Ausblick aufs Meer und die Stadt.
Besonders stolz ist der aus Österreich stammende Hotelchef auf die Pool Lounge. Sie befindet sich auf der Dachterrasse im 26. Stockwerk, wird den Gästen aber ebenso wie das Spa erst gegen Ende des Jahres zur Verfügung stehen.
Touristen kommen vor allem aus den reichen Ölstaaten
Als Klientel hat Simkovic vor allem Besucher aus den reichen Ölstaaten ausgemacht: «Sie streifen ganz schnell ihre Dischdas ab, schlüpfen in feine Brioni-Anzüge und geniessen in Beirut die Freizügigkeiten, die sie zu Hause nicht haben.» Ausserdem fühlten sie sich hier willkommen und könnten in ihrer Sprache kommunizieren. «Wir rechnen aber auch mit einer steigenden Zahl von Urlaubern aus Europa und sehen eine tolle Zukunft», freut sich Simkovic, der mit dem Start seines Hauses sehr zufrieden ist.
«Beirut ist einfach sexy, eine sehr lebendige Stadt, in der ich noch nie einen Moment Langeweile erlebt habe», schwärmt Simkovics Kollege Hector de Galard, Direktor des «Le Gray». Hinter dem zentral im Stadtzentrum gelegenen Hotel steckt der Schotte Gordon Campbell Gray, zu dessen kleiner Hotelgruppe so feine Adressen wie das «One Aldwych» in London und das «Carlisle» auf Antigua gehören. Mit bewusst reduziertem und elegant-urbanem Design setzt das zu den Leading Small Hotels of the World gehörende Haus neue Akzente im Beiruter Hotelmarkt und überzeugt mit kraftvollen Farb- und Gestaltungselementen. Insgesamt gibt es 87 Zimmer und Suiten, die beiden grössten sind zwei Präsidentensuiten im fünften Stockwerk mit riesigen Privatterrassen. Spektakulär sind auch die weiss-metallenen Wandinstallationen in der Lobby, der gläserne Dachgarten-Pool und die Bar Three Sixty mit 360-Grad-Rundumblick auf Altstadt, Mittelmeer und das Libanon-Gebirge. Auch das glamouröse Restaurant Indigo on the Roof liegt auf dem Dach des Hotels und hat sich längst zu einem der In-Treffpunkte Beiruts entwickelt.
Derweil plant Gordon Campbell Gray schon seine nächsten beiden Projekte im Libanon – ein Strandhotel im Süden Beiruts und eine Ski-Lodge im Libanon-Gebirge.
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