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dolce vita
26.07.2012
Die ersten Biowinzer im Dão
Biowinzer Sara Dionísio und António Lopes Ribeiro.
Biowinzer Sara Dionísio und António Lopes Ribeiro. (Bild: zvg/Renate Dubach)
Casa de Mouraz heisst der erste biologisch geführte Rebberg im Dão. Geführt wird er von Sara Dionísio und António Lopes Ribeiro.
renate dubach

Das 140-Seelen-Dorf Mouraz liegt 40 Kilometer südwestlich vom Hauptstädtchen Viseu. Es sei vom Zisterzienserorden gegründet worden, erklärt Sara Dionísio, die zusammen mit ihrem Mann António Lopes Ribeiro hier das erste biologische Weingut der Region gründete. Die beiden kamen zwar nicht gerade aus heiterem Himmel darauf, hier Biowinzer zu werden, aber geplant war es jedenfalls nicht. Ihre gemeinsame Geschichte begann vor über zwanzig Jahren in Lissabon, wo sie als Tanzlehrerin arbeitete und Soziologie studierte, und er Recht studierte und für ein Kunstmagazin arbeitete.

Ihre Wege kreuzten sich und führten dann gemeinsam nach Mouraz, wo António aufwuchs und wo sein Vater seit Jahren Trauben anpflanzte und an die Genossenschaft ablieferte. Als der Vater gesundheitliche Probleme hatte, übernahm das junge Paar den Weinbau - und stellte auf Bio um. «Es wird noch eine Weile dauern, bis alle unsere Parzellen das Gütesiegel ‹biologisch› bekommen, aber wird arbeiten daran», erklärt Sara Dionísio. Ein Teil der Ernte trägt die Marke Caruma - Piniennadel - und wird von Delinat in der Schweiz vermarktet. «Die Piniennadel repräsentiert das Dão. Und ich glaube, die Pinien und die Reben lieben einander», sagt die Biowinzerin und lacht. «Wir produzieren unsere Weine ökologisch, weil wir authentische Weine wollen, die ihr unterschiedliches Terroir wiedergeben», führt sie aus. Dieses Terroir ist allerdings speziell: diverse Böden, verschieden alte Reben und Höhenlagen zwischen 140 und 400 Metern über Meer zeichnen es aus. Herbizide und Chemikalien werden nicht verwendet, seit sechs Jahren arbeitet das Ehepaar nach biodynamischen Grundsätzen und richtet sich nach dem biodynamischen Kalender. Insgesamt bebauen die beiden 25 Hektaren Reben, etwa 100000 Flaschen Wein produzieren sie im Dão, gleich viel in anderen Regionen.

Auch im Norden Portugals und im Alentejo haben die beiden Rebberge gekauft, aber im Dão, wo ihre Parzellen zwischen Pinien-, Kastanien-, Stein- und Korkeichenwäldchen eingebettet liegen, wollen sie künftig mehr investieren. Bei einer Fahrt auf steilen, kurvigen Strässchen, wo man trotz Allradantrieb fast stecken bleibt, zeigen sie einen Teil ihres Rebberges. Nach dem Erklettern eines Granitfelsblocks sieht man die traditionell mit verschiedenen Sorten bepflanzte Fläche. Natürlich herrschen auch hier die edlen Trauben Touriga Nacional, Tinta Roriz, Jaen, Alfrocheiro und die weissen Malvasia-Fina, Bical, Cerceal-Branco, Encuzado und Alvarinho vor.

  
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