Monastrell-Trauben mögen es heiss, sehr heiss sogar. In Frankreich nennt man sie Mourvèdre, und «in Südfrankreich wird Mourvèdre dort angebaut, wo es für Grenache zu heiss ist», sagte Weinexperte Thomas Vaterlaus, der kürzlich durch eine Degustation von Jumilla-Weinen im Zürcher Restaurant Metropol führte. Mourvèdre-Trauben gedeihen im südlichen Rhonetal, wo sie Châteauneuf-du-Pape bereichern. Auch in Australien passen sie zum Klima, wo sie mit Grenache und Syrah verschnitten als «GSM» auf den Markt kommen.
In Spanien passt Monastrell ins Weinbaugebiet Jumilla. Die Stadt in der Region Murcia gibt der Herkunftsbezeichnung (Denominación de Origen D.O.) ihren Namen. Sie liegt im Südosten und bildet den Übergang zwischen der Levante-Küste am Mittelmeer und dem Plateau von Castilla La Mancha. Dazu gehören nebst Jumilla auch Montealegre del Castillo, Fuentealamo, Ontur, Hellin, Albatana und Tobarra in der Provinz Albacete.
Monastrell-Reben: mit bis 7000 Kilo pro Hektar niedrige Erträge
Die 1966 gegründete Jumilla D.O. umfasst über 30000 Hektaren Rebberge, die auf 400 bis 800 Meter über Meer liegen und auf gut 40 Weingüter verteilt sind. Diese produzieren jährlich 25 Millionen Liter Wein, 80 Prozent davon Monastrell. Die Sorte hat sich sehr gut an das von der Nähe zum Mittelmeer beeinflusste, kontinentale Klima angepasst -muss sie auch, sonst überlebt sie die häufig um 40 Grad liegenden Temperaturen und die tiefe Jahresniederschlagsmenge von unter 300 Millimeter nicht. Wobei der Regen höchst unregelmässig fällt, manchmal in Form sintflutartiger Platzregen.
Monastrell-Reben werden traditionell in Gobelet- oder Buscherziehung angepflanzt und nicht bewässert, was niedrige Erträge von 6000 bis 7000 Kilogramm pro Hektar ergibt. Thomas Vaterlaus führte aus, dass neue Rebberge um Alicante herum mit bis zu 7000 Rebstöcken pro Hektar angepflanzt wurden, was etwa fünf Mal mehr als bisher entspreche. Diese Pflanzungen müssen bewässert werden, was einerseits zu höheren Erträgen und andererseits aber zu einem sinkenden Grundwasserspiegel führt. Keine gute Entwicklung für ein Gebiet, das auch vom Tourismus und Gemüseanbau lebt.
Von der ungewissen Zukunft zurück zur Gegenwart: An der Jumilla-Degustation in Zürich wurden zwölf unterschiedlich ausgebaute und gereifte Weine degustiert. Ein junger, reinsortiger Monastrell - wie etwa der Jahrgang 2010 von den Bodegas Casa Castillo oder von der Hacienda Pinares - ist ein runder, konzentrierter Wein mit einer guten Struktur und einer feinen Aromatik von Früchten, vielleicht sogar etwas Lakritze und Veilchen. Bei den reiferen, komplexeren Weinen kommt es auf die Vinifizierung an: Geht es in die klassische Richtung - wie etwa bei einem Escudo de la Plata Gran Reserva 2005 von den Bodegas Fernándes - kommen fast rosinige Noten dazu.
Preis-Leistungs-Verhältnis für die hochstenden Weine ist sehr gut
Modern ausgerichtete Monastrells zeigen einen fruchtigen Charme, sind saftig und voll im Gaumen. Beispiele dafür sind die Weine von den Bodegas Juan Gil oder den Bodegas Alceño. Bei den Assemblagen von Monastrell mit Syrah oder mit Tempranillo und Cabernet Sauvignon heisst es: einfach durchprobieren. Mag man die pfeffrige Syrah-Komponente, bietet sich ein TAVS tinto von den Bodegas Hacienda del Carche an. Schätzt man Noten von Tabak, schwarzen Beeren, Schokolade, dürften ein Carchelo 2010 der Bodegas Carchelo oder ein Altos de Luzón 2007 von den Bodegas Luzón gut passen. Ein paar Tatsachen treffen für alle Monastrell-Weine zu: Der Alkoholgehalt der Weine aus der spät reifenden Traube ist eher hoch, zwischen 14 und 15 %Vol. Die Tannine sind ziemlich präsent. Und das Preis-Leistungs-Verhältnis für die qualitativ hochstehenden Weine ist sehr gut, die Preise der in Zürich degustierten Weine lag meist unter 15 Franken.






