Japgreet Singh Alang, seit 1. Mai ist das Giardino Lounge e Ristorante in Ascona Ihr Arbeitsplatz. Warum Ascona?
Gute Frage. Es war nicht mein Ziel, nach Europa zu kommen. Ich war im «Shangri-La China World» in Peking tätig und offen für Neues. Philippe Frutiger, CEO der Giardino Hotel Group, schwebte für das Giardino Lounge e Ristorante eine indische Küche vor. Für mich ist es eine grosse Herausforderung, hier im Tessin den Menschen die indische Küche näherzubringen. Das ist anders als in Basel oder Zürich, wo indisches Essen bereits verankert ist.
Wie kommt Ihre Küche im Tessin an?
Überraschend gut, ich bin selber erstaunt. Und das auch bei der lokalen Bevölkerung. Bereits jetzt, in der Vorsaison, müssen die Gäste reservieren.
Sie bieten eine Crossover-Küche und schonend zubereitete Gerichte …
Ja, wir versuchen, eine gute Mischung hinzubekommen. Zum einen servieren wir traditionelle indische Gerichte wie Tandoori Chicken oder Chicken Tikka Masala. Zum anderen gibt's auch grillierten indischen Käse mit Jakobsmuscheln oder Fischcarpaccio mit «Indian Spices». Wir sind aber noch am Ausprobieren. Je nachdem, was ankommt und was nicht, überarbeiten wir das Angebot und passen es an.
Wie geht dies mit dem eher auf europäische Küche ausgerichteten Team?
Es sind sehr junge Leute, die offen sind für Neues. Aber es ist für das Team eine grosse Umstellung. Die indische Küche mit all ihren Gewürzmischungen unterscheidet sich stark von der europäischen Küche. Nur schon die Zubereitung der Mischungen ist eine grosse Herausforderung.
Man spricht oft vom «Geheimnis der indischen Küche». Was verstehen Sie darunter?
Es ist die Basis der indischen Küche. Dabei geht es nicht allein um die Auswahl der Gewürze, sondern darum, sie sorgfältig aufeinander abzustimmen und sie beim Kochen so zu behandeln, dass ihr Aroma zur Entfaltung kommt. Es ist das Schwierigste beim Erlernen der indischen Küche.
Sie waren in New Delhi und in Peking tätig. Wie unterscheidet sich die gehobene Küche in Asien von derjenigen in Europa?
Die Qualität ist beiderorts sehr hoch. Aber in Asien ist das Angebot internationaler. In den grossen Hotels gibt es ein mexikanisches Restaurant, wie es auch ein indisches, italienisches, französisches oder japanisches gibt. In Europa ist das anders. Da orientiert man sich viel mehr an der lokalen Küche. Ich bin aber überzeugt, dass sich das noch ändert: Je mehr Asiaten hierherkommen, umso mehr wird asiatisches Essen Einzug halten.
Wie ist das bei Ihnen?
Ich bin eine Ausnahme: Ich liebe die italienische Küche. Wenn ich die Wahl habe, wähle ich immer das italienische Gericht. Auch deswegen bin ich zur Zeit am richtigen Ort.
Zur Person: Die indische Küche von der Pike auf gelernt
Der 29-jährige Jagpreet Singh Alang hat seinen Bachelor in
Hotelmanagement im renommierten Dr. Ambedkar Institute of
Hotelmanagement im indischen Chandigarh gemacht. Er arbeitete in
Luxushotels wie «The Grand» oder dem legendären «Shangri-La» in New
Delhi sowie dem «Shangri-La China World» in Peking. Seit Mai wohnt er
mit seiner Frau in Ascona.
Rezept siehe oben rechts.






