1.Hansruedi Müller, warum sind Veranstaltungen wie das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest zurzeit so populär?
In unserer individualisierten und globalisierten Gesellschaft wächst die Bedeutung von Authentizität, Heimat, Natürlichkeit oder Archaischem, aber auch die Suche nach gemeinschaftlichen Erlebnissen ist wichtig. Weiter spielt die sehr geschickte mediale Aufbereitung eine Rolle.
2.Wird mit solchen Events heute ein anderes Publikum angesprochen als früher?
Nein, generell wohl nicht. Es gibt sicher mehr Leute, die Lust haben und es sich leisten können, Events wie das Schwing- und Älplerfest zu besuchen. Aber das Zielpublikum sind primär traditions- und naturverbundene, ländliche und sportliche Kreise.
3.Werden Veranstaltungen, die mit Schweizer Bräuchen werben, immer beliebter?
Tendenziell ja, aber nur geringfügig. Man muss aufpassen: Grossevents, die medial überhöht ins Bewusstsein gerufen werden, verdrängen immer mehr kleine Veranstaltung wie Dorfkonzerte oder Umzüge. Damit gehen Initiativität und Regionalität, was im Kern Kultur ausmacht,verloren.
4.Kann man solche Events auch im Ausland vermarkten? Wie beliebt sind sie bei ausländischen Touristen?
Nur sehr beschränkt. Sie eignen sich in der Kommunikation als idyllische Klischees und in der Produktgestaltung als Zusatzangebot, jedoch kaum, um tatsächlich neue Gäste zu gewinnen. Der Anteil an ausländischen Besuchern in Frauenfeld war wohl kleiner als fünf Prozent. esp
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