Das Toblerone-Werk liegt in Bern-Brünnen, in Nachbarschaft des Einkaufszentrums Westside. Schon hier weht Besuchern gelegentlich ein schwerer, schokoladiger Geschmack entgegen.1991 wurde die Toblerone-Herstellung im Werk im Westen Berns zentralisiert. Seither wird die berühmte Schokolade ausschliesslich in Bern-Brünnen produziert und von hier aus in über 122 Länder exportiert – und das äusserst erfolgreich. Doch die zackige Schokolade hat eine besondere Beziehung zu Bern, schliesslich wurde sie hier von Theodor Tobler, Sohn eines Schokoladenfabrikbesitzers, vor über 100 Jahren kreiert. Legenden ranken sich um die dreieckige Form. Hat sich der junge Theodor Tobler vom Matterhorn inspirieren lassen? Oder war der Auslöser vielmehr die menschliche Pyramide der Pariser Tänzerinnen der «Folies Bergères»? Das Geheimnis konnte bis heute nicht gelüftet werden. Aber das Markenzeichen der Schokolade war schon zu Beginn die zackige Form, die Tobler 1909 wohlweislich hat patentieren lassen.
Im Vorfeld des dritten Toblerone-Schoggifestes in Bern mit rund 30000 Besuchern gestattete Kraft Food, der weltweit zweitgrösste Lebensmittelhersteller, der hotel revue, einen Blick hinter die Kulissen. Normalerweise ist Auswärtigen der Zutritt zum Reich der Toblerone untersagt.
Wo Roboter und Maschinen das Sagen haben
Doch bevor die Produktionsstätte betreten werden darf, müssen strengste Sicherheitsvorkehrungen beachtet werden. Jeglicher Schmuck, abgesehen vom Ehering, muss abgelegt werden. Die Kleider sind mit einer Schürze zu bedecken, die Haare verschwinden unter einer Haube. Männer müssen zusätzlich Bart und Schnurrbart verhüllen.
Mit dem ersten Schritt in das Reich der dreieckigen Schokolade betritt der Besucher eine andere Welt. Sie mutet an wie in einem Science-Fiction-Film: Riesige, ohrenbetäubend laute Maschinen, die den Kakao mischen und anschliessend walzen. In der Halle gibt es drei unterschiedliche Produktionslinien: Je eine für weisse, dunkle und Milchschokolade. Die Hitze ist erdrückend. Und ein intensiver Schokoladen-Geruch umhüllt alles. Wie kann man unter diesen Umständen nur arbeiten? «An den Geruch gewöhnt man sich», versichert Peter Bohnenblust, Manager Mass Section bei Toblerone. Gearbeitet wird rund um die Uhr in drei Schichten, sieben Tage die Woche.
Danach wird die Schokolade-Mischung congiert. Bei diesem Vorgang geht es darum, ungewünschte Aromastoffe, wie die Gerbsäure, herauszufiltern. «Die Gerbsäure wollen wir an den Kleidern, nicht in der Schokolade», erklärt Thomas Werder, Senior Team Leader Toblerone Section, mit einem Augenzwinkern.
Nun trifft die heisse Schokoladenmischung auf den kalten Nougat. Die beiden Zutaten werden gemischt – alles maschinell, versteht sich. Nur die 4,5-Kilo-Toblerone entsteht nach wie vor auf manuellem Weg: Sie wird von Hand geformt und verpackt. Dies darum, weil sich die maschinelle Herstellung aufgrund der geringen Verkaufszahlen nicht lohnen würde, wie Senior Brand Managerin Christina Lund Jakobsen erklärt. Nachdem die Schokolade mit dem Nougat gemischt ist, wird die Masse in die gewünschten Formen gegossen.
600 Stück Toblerone werden pro Minute verpackt
Die fertig geformten Schokoladenriegel werden nun von Robotern mit Aluminiumfolie und danach mit Karton umhüllt. Rund 600 Stück werden pro Minute eingepackt. Das Auge kann dem Prozess kaum folgen, es wird einem fast ein wenig schwindlig beim Versuch. Überraschende Ergebnisse bringt die anschliessende Toblerone-Degustation: Frische, nur wenige Tage alte Toblerone schmeckt anders als eine ältere Toblerone, die herber und stärker wirkt auf der Zunge.
Nur die 102 kg schwere Rekord-Toblerone bekommen die Besucher nicht zu Gesicht. Sie wurde der Öffentlichkeit erst einmal, am Schoggifest in Bern präsentiert.
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