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19.08.2010
Bei drei engagierten Bäuerinnen zu Gast
Edle Unterkunft im baubiologisch sanierten alten Bauernhaus des Obergluniger-Hofs in Tscherms bei  Meran.
Edle Unterkunft im baubiologisch sanierten alten Bauernhaus des Obergluniger-Hofs in Tscherms bei Meran. (© zvg)
Einige Südtiroler Bauernhöfe bieten ihren Gästen mehr als nur Natur pur. Drei Höfe, alle in der 4-Blumen-Kategorie, der höchsten Auszeichnung.
Christine Künzler

Der Internetauftritt des Obergluniger-Hofs in Tscherns bei Meran (www.oberglunigerhof.it) ist nicht nur attraktiv, sondern auch professionell und informativ gestaltet. Die Bauersleute Marlene und Heinrich Platter sind erst seit Kurzem Mitglied bei der Vermarktungsorganisation «Roter Hahn». Platters Obergluniger-Hof ist als Biohof spezialisiert. Biologisch ist nicht nur ihr Obst- und Weinbau, auch ihre Wohnungen im alten Bauernhaus sind baubiologisch saniert. Mit Wänden aus Lehm und Kalk und mit einer naturbelassenen, allergikerfreundlichen Innenausstattung.

Die Familie Platter vermietet vier Wohnungen, das Maximum, das die Organisation «Roter Hahn» zulässt. Finanziell, sagt sie, können die Einnahmen aus dem Agrotourismus die Investitionen in die Ferienwohnungen nie decken. «Wir haben uns diese Renovation einfach geleistet und sind glücklich, etwas Eigenes geschaffen zu haben.»

Ihren Gästen hat sie einen eigenen Garten angelegt, wo diese Kräuter ernten können, und den Ferienkindern einen originellen Spielplatz geschaffen. «Ich arbeite gerne mit Gästen», sagt Marlene Platter. «Mein Mann und meine vier Kinder helfen alle mit.» Die meisten ihrer Gäste reisen aus Deutschland an. An zweiter Stelle folgt bereits das Herkunftsland Schweiz.

Packages mit Kneippanwendungen und Massagebehandlungen
Die Italiener stehen offenbar weniger auf Bio. Denn während nur wenig Landsleute den Obergluniger-Hof buchen, gehören die Italiener im Oberhaslerhof in Schenna und im Aussermahrhof im Gsiesertal zu einem der wichtigsten Gästesegmente: Sie stehen in der Rangliste gleich vor oder gleich nach den Gästen aus Deutschland. Priska Weger, Bäuerin im Oberhaslerhof, vermietet drei Ferienwohnungen und ist seit der Gründung von «Roter Hahn» Mitglied. Entsprechend gut ist die Auslastung ihrer Wohnungen, sie liege bei 80 Prozent. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt komfortable sieben Tage.

Die Bäuerin ist Heilkräuterspezialistin und Kneipp-Trainerin. Im Frühling und Winter bietet sie Kneipp- und Massage-Packages an, im Sommer Kräuterwanderungen. Das Zusatzeinkommen, das ihr der Agrotourismus bringt, sei willkommen. «So brauche ich nicht auswärts zu arbeiten.» Auch im Oberhaslerhof helfen Mann und Kinder mit, die Gäste zu betreuen. Mit ihrer Vermarktungsorganisation ist Priska Weger zufrieden. Zu schaffen macht ihr einzig, dass einige tiefer klassierte Höfe ihre Betten zu günstig verkaufen. Dies, obwohl der «Rote Hahn» die der Kategorie entsprechende Preisspanne vorgibt.

Stammgäste kommen der Gastfreundschaft wegen
Eine Situation, die auch Ruth Taschler vom Aussermahrhof beschäftigt. «Einige Höfe machen tiefe Preise oder gewähren Rabatte. Das ist für uns problematisch, denn unser Hof liegt im hochpreisigen Bereich.» Sie biete ihren Gästen aber entsprechend viel: «Zum Beispiel ein kostenloses Nachtessen, gratis Milch und Eier.» Ihre Wohnung für vier Personen kostet in der Hochsaison 139 Euro pro Tag. Um ihren Gästen immer wieder etwas Neues bieten zu können, wird jedes Jahr investiert: Beispielsweise in einen Spielplatz und in die Renovation der drei Ferienwohnungen und der drei Familienzimmer.

Taschlers Aussenmahrhof hat sich als Familienhof spezialisiert. So haben ihre Gäste einen eigenen Stall mit Kaninchen, Zwerggeissen und ab und zu mal Küken. Ruth Taschler backt mit ihren kleinen Gästen einmal die Woche Brot, stellt Butter her, ihr Mann nimmt die Gäste mit in den Stall. Sie hat auch Schulklassen zu Gast, denen sie den bäuerlichen Alltag näher bringt.

«Unsere Gäste kommen vor allem wegen unserer Tiere zu uns. Wenn sie sich dann nach ihrem ersten Urlaub verabschieden, sagen sie, sie kämen wegen der Gastfreundschaft wieder.» 30 bis 40 Prozent ihrer Gäste sind Stammgäste.

  
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