Bis zu 1500 Personen finden Platz im neuen Kursaal Bern, der für 35 Mio. Franken ausgebaut worden ist und im August eröffnet wird. Bereits fertiggestellt ist das 2000m² grosse, grosszügige Foyer. «Solche flexibel nutzbare Plattformen sind von den Veranstaltern sehr gefragt», hält der Generaldirektor der Kongress + Kursaal Bern AG, Patrik Scherrer, fest. Der vier Meter hohe Raum biete einen optimalen Rahmen für Empfänge, Ausstellungen und Apéros. Demnächst ist auch die Modernisierung des grössten Eventsaals abgeschlossen, die der Kursaal Arena. «Wir haben das besondere Ambiente bewahrt, jedoch den Orchesteraufbau entfernt und die Ränge verbreitert», sagt Scherer. Der Raum kommt ohne Pfeiler aus und garantiert dadurch freie Sicht. Durch die ovale Form des Raumes sitzt kein Zuschauer weiter als 12 Meter von der Bühne weg.
«Die moderne Technik wird auch ausgefallene Eventwünsche erfüllen können», so Scherrer. Im Foyer sorgen 710 LED-Leuchten für Stimmung, denn sie können 4,2 Milliarden Farben abbilden. Und dies mit 80 Prozent weniger Strom als üblich. Auch in der Arena werde moderne Event- und Lichttechnik zum Einsatz kommen. «Sie wird den Saal in kurzer Zeit vom Kongressraum zum stimmungsvollen Festsaal verwandeln.» Die 14 Meter breite und 4 Meter hohe Leinwand und die HD-Beamer ermöglichen attraktive Präsentationen.
Kongresse weiterhin gefragt
Die momentane Flaute im Kongressbereich beunruhigt Scherrer nicht. «Ich beurteile diese als kurzfristige Entwicklung. Wir sind überzeugt, dass Menschen auch in 15 bis 20 Jahren noch Kongresse besuchen wollen. Das Bedürfnis nach persönlichen Treffen wird weiter bestehen oder sogar noch wachsen.» Die Netzwerkbildung habe in einer Wissensgesellschaft einen hohen Stellenwert.
Bereits eine «erfreuliche Auslastung für 2013»
Scherrer sieht sein Kerngeschäft bei Veranstaltungen von 800 bis 1500 Personen. «Wir möchten unsere Auslastung verdoppeln, mit den zusätzlichen Räumlichkeiten können wir nun mehr Anlässe gleichzeitig durchführen.» Der Kursaal Bern verfügt neben dem neuen Kongress-Bereich auch über das Hotel Allegro, vier Restaurants und ein Grand Casino. «Diesen Vorteil möchten wir künftig noch besser ausspielen», sagt er. «Bern ist interessant für grosse Anlässe verschiedenster Branchen, etwa Medizin, IT, Telekommunikation.» Scherrer rechnet jedoch auch mit politischen Anlässen.
Über welche Kanäle er den Kursaal vermarkten wird, will er nicht sagen. «Wir haben für 2013 bereits eine erfreuliche Auslastung und sind stolz, dass wir lokal so gut verankert sind und auf eine treue Kundschaft zählen dürfen. Nun gilt es, uns auch über die Grenzen hinaus einen Namen zu machen.» Er wird mit anderen Berner Hotels kooperieren: «Grosse Veranstaltungen benötigen Zimmerkontingente in der ganzen Stadt. Speziell im Kongresstourismus bestehen Bedürfnisse nach unterschiedlichen Zimmerkategorien.»


Der Berner Kursaal hat Grosses vor. Trotz Stagnation im Seminar- und Tagungsgeschäft.



