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28.06.2012
Das MICE-Paradies Schweiz
Beat Nussbaumer, Projektleiter IT-Services, Swisscom: «Mir ist vor allem eine ruhige Lage des Seminarhotels wichtig. Zudem sollte die Möglichkeit bestehen, sich nach dem Seminar auch im Freien, etwa einem Park aufzuhalten. Was ich auch schätze, ist ein Aufenthaltsraum, in dem sich die Seminargäste abends treffen und gemeinsam den Abend ausklingen lassen können.»
Beat Nussbaumer, Projektleiter IT-Services, Swisscom: «Mir ist vor allem eine ruhige Lage des Seminarhotels wichtig. Zudem sollte die Möglichkeit bestehen, sich nach dem Seminar auch im Freien, etwa einem Park aufzuhalten. Was ich auch schätze, ist ein Aufenthaltsraum, in dem sich die Seminargäste abends treffen und gemeinsam den Abend ausklingen lassen können.» (Bild: Stöh Grünig/zvg)
Oliver Stoldt, Eigentümer von Swiss Sales Conference, sieht schwierige Jahre für den Schweizer Seminartourismus voraus. Statt zu jammern, setzt er einen Gegenpol.
Christine Künzler

Oliver Stoldt, wie beurteilen Sie das aktuelle Schweizer Seminargeschäft?

Momentan ist die Situation für das Schweizer Seminargeschäft schwierig, viele Firmen führen ihre Kongresse intern durch. Das hat viel mit dem starken Schweizer Franken zu tun. Aktuell finden jene grossen Anlässe statt, die vor zwei, drei Jahren gebucht worden sind. Grosskongresse für 2014, 2015 oder 2016 werden jetzt jedoch um die Schweiz herum geplant. Ein Problem, das wir in den nächsten zwei, drei Jahren vor uns herschieben werden.

Das heisst, die Anlässe werden im grenznahen Ausland durchgeführt. Weil's dort günstiger ist?

Ja, nur wegen des Preises.

Punkto Infrastruktur ist die Schweiz also gut aufgestellt?

Ja, die Schweizer Seminarhotels sind in einem guten Zustand. Und doch haben wir sehr viele Anfragen für das Allgäu, den Schwarzwald, Raum Freiburg oder Europa-Park. Das hat einzig mit dem Euro zu tun.

Wie lässt sich Gegensteuer geben?

Es geht um Dienstleistung, um Schnelligkeit und um Genauigkeit der Offerten. Wir erhielten im letzten Jahr 1108 Anfragen für Konferenzen und haben 826 umgesetzt. Das ergibt eine Rate von 74,5 Prozent, was in der Schweizer Hotellerie sensationell ist, denn normalerweise liegt die Rate bei rund 20 Prozent. Unser Erfolg hat vor allem viel mit Schnelligkeit zu tun, denn wir von Swiss Sales Conferences arbeiten mit jenen Hotels, die schnell antworten. Wir trainieren Hotelmitarbeitende auf Schnelligkeit und Genauigkeit. 2011 hatten wir 5500 bis 6000 Kontakte mit Hotels. Bis zu 50 Prozent ihrer Offerten kommen fehlerhaft und ungenau zu uns. Wir schicken diese dann zurück an die Hotels und helfen dem Reservationsleiter, die Offerte korrekt vorzunehmen. Offerten, die erst nach zwei oder drei Tagen bei uns eintreffen, bringen nichts. Das ist zu spät, denn sobald der Kunde zwei oder drei Offerten von anderen Hotels vorliegen hat, entscheidet er sofort.

Sind die Hoteliers der Nachbarländer den Schweizern bezüglich Schnelligkeit überlegen?

Natürlich. Das zeigen auch verschiedene Studien: Die Schweiz ist ganz hinten platziert. Bei der Bearbeitung der Anfragen fehlt es in der Schweizer Hotellerie oft an Dienstleistung und Professionalität.

Wo sehen Sie sonst noch Nachholbedarf?

Bezüglich Schulung der Mitarbeitenden auf Dienstleistung. Freundlichkeit dagegen lässt sich den Mitarbeitenden nicht aufzwingen. Hier sollten Hoteliers auch mal den Mut haben, Mitarbeitende einzustellen, die top freundlich sind und Lust haben, in unserer Branche zu arbeiten. Das Handwerk lässt sich ihnen auch betriebsintern im Nachhinein beibringen.

Wie sehen Sie die Entwicklung des Veranstaltungsgeschäfts in den nächsten zehn Jahren?

Die Weiterbildungsbranche wird zulegen. Gerade im Industriesektor. Meiner Ansicht nach wird es schwierig sein, in den nächsten fünf Jahren grosse Kongresse zu generieren. Denn die werden heute, mit dem aktuellen Eurostand, geplant. Und: Durch den stetigen Wandel in Technik und IT werden vermehrt Investitionen in die Infrastruktur der Schweizer Hotels zu tätigen sein.

Im Jahr 2013 realisieren Sie die Konferenz-Arena. Weshalb?

Diese eintägige Messe, die wir professionell aufbauen und mit Inhalt füllen, ist ausschliesslich auf den Schweizer MICE-Markt fokussiert. Die Daten für die nächsten zwei Jahre stehen bereits fest. Wenn man eine solche Messe richtig aufzieht, wird sie erfolgreich sein: Ich erwarte zwischen 800 und 1000 Teilnehmende, Seminar-Entscheider, Travelmanager und Bucher. Es geht mir darum, aufzuzeigen, dass die Schweiz eine fantastische MICE-Destination ist mit superguten Rahmenprogrammen und tollen Hotels. Es gilt, der Schweizer Wirtschaft aufzuzeigen, dass die Schweiz ein MICE-Paradies ist. Das ist besser als zu jammern!

Das Unternehmen: Alles aus einer Hand
Oliver Stoldt bietet unter dem Dach Premium Management Group Holding AG mit seinen drei Firmen Swiss Sales Conferences, Premium Speakers und Premium Conferences GmbH ein Rundum-MICE-Paket aus einer Hand. Stoldt ist Initiator des Alpensymposiums, des Swiss Distributions Day und der Konferenz Arena, die am 30. Januar 2013 in Zürich stattfindet.

 

  
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