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8.03.2012
«Das Schloss Vaduz steht für viele Werte»
Prinz Stefan von und zu Liechtenstein ist Botschafter in Deutschland. Es gelte, sagt er, den Mehrwert von Liechtenstein und der Schweiz besser zu kommunizieren.
Katharina Merkle

Durchlaucht, wie die Schweiz hat auch Liechtenstein mit dem harten Franken zu kämpfen. Können Sie als Botschafter in Berlin etwas dafür tun, dass die Deutschen trotzdem kommen?

Gegen den harten Franken kann man als Botschafter natürlich herzlich wenig tun. Er ist Realität. Aber ich denke, dass die Schweiz und Liechtenstein mit ihren hochwertigen Angeboten und der einmaligen Natur dennoch immer «value for money» bieten können, dass also das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Dies gilt es deutlich zu machen. Liechtenstein hat in den letzten Jahren sehr viel für die Bekanntheit seines Urlaubsangebotes gemacht. Es gibt aber immer noch genügend Menschen, auch in Deutschland, die noch nicht von uns gehört haben.

Sie haben ein Flair für den Tourismus und haben Ihren Familiensitz in Kärnten zu einem beliebten Ausflugsziel gemacht. Könnte auch der Schlosspark in Vaduz für Besucher aufgewertet werden?

Es stimmt, ich habe mich einige Jahre mit Tourismus beschäftigt. Es war eine sehr kreative Zeit. Heute leitet mein Bruder diesen Bereich. Auch der Tourismus in Österreich ist mit Herausforderungen konfrontiert. In Vaduz haben wir eine ganz andere Konstellation. Vaduz ist Residenz-Stadt. Das Schloss oberhalb des Ortes strahlt Erhabenheit und Stabilität aus. Es steht für viele Werte in unserem Land. Die Gäste akzeptieren, dass das Schloss kein Ausflugsziel ist, da es ja die private Residenz des Staatsoberhauptes ist. Oder kommt man so leicht zum Tee in den Buckingham Palace? Die simple Existenz des Schlosses, seine die Zeiten überdauernde Ausstrahlung und auch, dass man nicht so leicht hineinkommt, macht es doch aus, oder? Hier kann man nichts aufwerten, es geht um Werte, die ausserhalb unserer Reichweite sind.

Touristisch ist Liechtenstein zweigeteilt: Die Businessleute sind im Tal, die Feriengäste in Malbun. Wo sehen Sie das grössere Potenzial?

Ich sehe diese Zweiteilung nicht. Man kann herrlich zum Beispiel in Vaduz residieren, den Service geniessen, die Kultur im Ort und dennoch in die Berge fahren und den Murmeltieren entgegenwandern. Umgekehrt liebe ich die Ruhe von Malbun, wenn ich beruflich in Liechtenstein bin. Ich komme gerne mit geschäftlichen Gästen dorthin. Man muss Liechtenstein entdecken. Das ist unser Potenzial.

Seit Anfang Jahr gehen Touris- muswerbung und wirtschaftliches Standortmarketing Hand in Hand. Wo sehen Sie Vor- und Nachteile?

Ich sehe dies als eine reine organisatorische Vorgehensweise. Man strafft intern die Organisation, um Synergien zu erreichen. In der Kommunikation nach aussen wird Liechtenstein aber nicht mit Ferien im Industriegebiet werben oder mit Betriebsansiedelungen auf der Alp. Themenbezogen tritt man selbstverständlich fokussiert auf. Investoren hören vom Wirtschaftsstandort, und unseren Gästen präsentieren wir das Urlaubsland; so nah und gut erreichbar und doch weg vom Alltag und in der Ruhe der Berge.

Prinz Stefan von und zu Liechtenstein war von 2001 bis 2007 Botschafter in der Schweiz.

  
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