Die Devise lautet: Coolness statt Opulenz. Ein Trend in der Hotelbranche zeigt deutlich: Immer mehr Low-Budget-Betriebe punkten nicht mit Sternen, sondern mit echtem Design und günstigen Preisen unter 100 Euro pro Doppelzimmer. Spielkonsolen und technischer Schnickschnack, wie iPod-Docking-Station, Flatscreen-TV oder DVD-Player und kostenloses W-LAN im ganzen Haus stehen der Laptop-Generation zur Verfügung.
Bereits ein Klassiker in der jungen Budget Design Hotelszene ist Motel One. Doch wie ist es möglich, ein Zimmer für einen Preis ab 49 Euro anzubieten und trotzdem profitabel zu sein? Das liege an zwei Faktoren, sagt Marketingdirektorin Ursula Schelle-Müller. «Kern unseres Konzepts ist die effiziente Flächennutzung. Ein Motel One wird mit etwa 30m2 Gesamtfläche pro Zimmer inklusive der Nebenflächen geplant – im Gegensatz zu einem Viersternehaus, das mit 50 bis 60m2 rechnet. Und zum Zweiten ermöglicht unser operatives Konzept, mit relativ wenigen Mitarbeitern zu arbeiten.» Ein Motel One mit 200 Zimmern könne zum Beispiel mit etwa 20 Mitarbeitern betrieben werden, die Zimmerreinigung nicht mitgerechnet. Ein vergleichbares Hotel auf Viersterneniveau brauche rund 50 Mitarbeiter. Und das Interior Design wird im Hause gestaltet.
Im Hotel nur echte Design-Klassiker
Alle Hotels von Motel One sind gemäss dem Grundsatz «Viel Design für wenig Geld» unter anderem mit originalen Designklassikern ausgestattet. Gemeint sind der Egg Chair von Arne Jacobsen sowie die Bogenlampe Arco von Achille Castiglioni. «Diese beiden Elemente unterstreichen die Idee des Low-Budget-Design-Konzeptes und unsere Philosophie in diesem Bereich: wenn wir Designstücke einsetzen, dann Originale», sagt Ursula Schelle-Müller. Langweilig sollte es auch Stammgästen nicht werden: Nach etwa fünf Jahren werden die Zimmer komplett renoviert und «damit auch die Federkernmatratzen erneuert. Im vergangenen Jahr lag die Auslastung bei Motel One durchschnittlich um 70 Prozent.
Sie spriessen wie Pilze aus dem Boden – und expandieren
Heute spriessen Konzepte wie Motel One wie Pilze aus dem Boden. Das Prinzip ist immer das Gleiche: kleine Zimmer, wenig Personal, viel Desing und tiefe Preise. Sei es die CitizenM Hotels in Amsterdam und Schottland, das Prizeotel in Bremen oder die 25hours in ganz Deutschland und ab 2012 auch in Zürich, sie alle sind für die iPod-Generation konzipiert. So bietet das 230-Zimmer-Hotel von CitizenM Hotel am Amsterdamer Flughafen Schiphol hinter der Glas-Beton-Fassade viel Zebrano-Holz für gemütliche Wärme und eine Lobby, die einem Ausstellungsraum für die neuesten Designermöbel gleicht. Eingecheckt wird am Automaten. Und auch das Prizeotel in Bremen lässt im 2-Sterne-Superior-Hotel, in renommiertem Design von Karim Rashid, ab 59 Euro die Gäste im Doppelzimmer übernachten. Auszeichnungen bleiben nicht aus: «GEO Saison» wählte Prizeotel in die Top 100 der besten Hotels Europas und als «Newcomer» in die Top 10. Und in der Schweiz hielt das Budget-Design-Konzept in den Bergen Einzug. Das «Riders Palace» in Laax hat den Trend schon vor Jahren erkannt und sich erfolgreich positioniert.
In der Region Thunersee sind in den letzten Jahren einige Hotels in die Hände von Asiaten gelangt. In anderen Ferienregionen der Schweiz ist das deutlich weniger ausgeprägt. 
Mitten in Interlaken verkauft Beat Hassenstein nach 40 Jahren Einsatz sein Hotel Splendid. Die chinesische Käuferin setzt auf ein Hotel mit Verkaufsflächen: für Uhren und für typische Schweizer Küchen-Ausrüstung. 
Ein südkoreanisches Paar hat zwei traditionelle Interlakner Hotels gekauft. Das 4-Sterne-Haus wollen die Investoren als führendes Hotel positionieren. 
Ausländische Investoren kaufen Hotels, oft als reine Geldanlage. Die Rentabilität ist zweitrangig. Das beobachtet Stephan JJ. Maeder, Präsident des Hotelier-Vereins Berner Oberland. 
Hinter den «Swiss Dreams Hotels» stehen indische Investoren mit einem Faible für ehemalige Traditionshäuser. Zwei ihrer fünf Hotels serbeln hinter geschlossenen Türen dahin. Die Besitzer lassen sich nicht in die Karten blicken. 
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Kettenhotels können ihre Effizienz steigern, indem sie einander Mitarbeiter ausleihen. Kleinbetriebe setzen derweil auf Allrounder. 






Strategieplanung, Verwaltung und Administration: Diese Bereiche böten in den meisten Hotels grosses Sparpotenzial. Es wird aber oft nicht wahrgenommen.