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fokus
09.08.2012
Die Spezialisierung ist «der Weg zum Ziel»
Das Basler Hotel hat insgesamt vier Spezialisierungen.
Das Basler Hotel hat insgesamt vier Spezialisierungen. (Bild: zvg)
Die Spezialisierungs-kategorien von hotelleriesuisse ermöglichen Hotels eine klare Positionierung. Das ist gerade auch für 3-Sterne-Hotels wichtig. Beispielhaft: der «Teufelhof» in Basel.
Christine Künzler

Hoteliers haben die Möglichkeit, sich über eine Spezialisierungskategorie von hotelleriesuisse marktgerecht zu positionieren. Voraussetzung für die Spezialisierung ist die Klassifikation in einer Sterne- oder der Swiss-Lodge-Kategorie. Spezialisierungen wie etwa Golf, Ausgezeichnete Küche und Unikat bringen nicht nur dem Hotelier einen Mehrwert, sondern auch dem Gast: Sie vermitteln ihm zusätzliche Hinweise zur Ausrichtung und Infrastruktur des Hotels und können ihn so zur Buchung animieren. Da die Spezialisierungen von externen Auditoren überprüft werden, hat der Gast die Sicherheit, dass er die gewünschte Positionierung in seinem gewählten Hotel denn auch vorfindet. Das bringt dem Hotelier zufriedene Gäste. Marketingmässig profitiert der Hotelier vom Zugang und von 20 Prozent Rabatt bei den in- und ausländischen Hotelkampagnen von Schweiz Tourismus. Und: auf dem Web-Hotelführer www.swisshotels.com kann der Gast sein Hotel gezielt nach der Spezialisierung auswählen.

Die htr hotel revue stellt in diesem Fokus 3-Sterne-Hotels vor, die auf eine oder mehrere Spezialisierungen setzen. Eines davon ist das 3-Sterne-Superior-Hotel Teufelhof in Basel. Das Hotel ist in vier hotelleriesuisse-Spezialisierungen eingeteilt: Design & Lifestyle, Ausgezeichnete Küche, Business und Unikat. «Wir positionieren uns vor allem über Design & Lifestyle», sagt Gastgeber Raphael Wyniger. Neun von den 33 «Teufelhof»-Zimmern sind Kunstzimmer, begehbare Kunstwerke sozusagen. «Unser Kunstzimmer-Konzept passt optimal zu dieser Spezialisierung.»

Seine Spezialisierungen, sagt er, seien für ihn sehr wichtig. «Es reicht nicht mehr aus, sich über das Grundprodukt - Betten zum Schlafen - zu positionieren. Wir müssen dem Gast einen Zusatznutzen bieten.» Zudem brauche es gewisse Schwerpunkte, um das Hotel von jenen der Mitbewerber distanzieren zu können.»

Die Mitarbeitenden passen zum Konzept des «Teufelhof»

«Ich bin ein grosser Verfechter einer klaren Positionierung», hält Raphael Wyniger fest. «Sie ist der Weg zum Ziel.» Allerdings reiche es nicht aus, sich nur ein Etikett zu verpassen, «auch der Inhalt muss stimmen». Alle drei bis fünf Jahre werden die Kunstzimmer im «Teufelhof» erneuert, denn um ein Thema glaubhaft vermitteln zu können, müsse investiert werden. Im nächsten Jahr ist es so weit. Wer die Künstler sind, die sich in den «Teufelhof»-Zimmern ausleben dürfen, will der Hoteldirektor noch nicht verraten. Nur so viel: «Es wird schöne Zimmer geben, mit viel Substanz.»

Raphael Wyniger, der sein Hotel mit Leidenschaft führt, passt auch seine Mitarbeitenden dem Design & Lifestyle-Konzept an. «Die Mitarbeitenden müssen mit dem Produkt übereinstimmen. Sie dürfen also ruhig etwas flippig daherkommen. Ich habe gar nichts gegen einen tätowierten Nachtportier einzuwenden.» Er achte bei der Selektion seiner Mitarbeitenden vor allem auf deren Charakter und weniger auf deren Qualifikation, die sich dann in der Praxis stärken lasse. «Sie müssen unser Konzept mittragen und unserem jungen und dynamischen Stil entsprechen.» Er behandle seine Mitarbeitenden grosszügig, fordere und fördere sie. «Wenn sich die Mitarbeitenden im Betrieb wohlfühlen, überträgt sich das auf die Gäste», so Wyniger.

Die Spezialisierungen tragen zur guten Auslastung bei

Die übrigen hotelleriesuisse-Spezialisierungen Business, Ausgezeichnete Küche und Unikat sind für den Gastgeber zweitrangig. «Mit der Business-Kategorie richten wir uns auf eine Nachfrage aus. Wir können so den Geschäftskunden kommunizieren, dass wir ihnen einen grossen Arbeitsplatz und kostenloses WLAN bieten können.» Zu den Themen Ausgezeichnete Küche und Design & Lifestyle hat Wyniger Packages geschnürt, weist hier jedoch nicht explizit auf die Spezialisierung hin.

Wie viele zusätzliche Gäste die thematischen Spezialisierungen effektiv bringen, lasse sich nicht genau feststellen. Die Auslastung des «Teufelhof» liegt jedoch mit 81 Prozent wesentlich über dem Durchschnitt der Basler Hotellerie (rund 60%). «Die Spezialisierungen tragen auf jeden Fall zur guten Auslastung bei.» Die Kampagnen von Schweiz Tourismus zu den einzelnen Spezialisierungen sind für Wyniger eine wertvolle Marketingmassnahme. «Diese Vermarktung ist für uns eine Art Gütesiegel, quasi eine Bestätigung dafür, dass das Etikett der Spezialisierung mit dem Inhalt übereinstimmt; also eine Offizialisierung, eine Beweisführung.» Buchungen, vermutet Wyniger, generiere er zudem über den elektronischen Hotelführer von hotelleriesuisse, von Gästen, welche die Häuser nach ihrer thematischen Spezialisierung auswählen.

  
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