Wir wollten unsere wunderschöne Natur mit Persönlichkeiten verbinden, die eine hohe Leistung erbringen», sagt Ariane Ehrat, CEO Engadin St.Moritz. Letzten Sommer warben Skilegende und Modedesigner Willy Bogner und Skirennfahrer Marc Berthod, in diesem Winter die Violinistin Vanessa Mae für die Destination. «Wir werben nur mit Persönlichkeiten, die eine hohe Affinität zum Engadin haben», sagt Ariane Ehrat. «Vanessa Mae fuhr schon als 4-Jährige Ski und verbrachte mit ihren Eltern immer wieder Ferien in St.Moritz.» Die Plakate zeigen die prominenten Persönlichkeiten jeweils von hinten, so dass man sie nicht erkennt. «Wir wollen damit einen Dialog und Aufmerksamkeit erreichen», so Ariane Ehrat. Das sei auch gelungen. Immer wieder fragten Gäste an, ob es sich auch wirklich um die bekannte Persönlichkeit handle, oder fragten um ein Autogramm. Parallel zu den Plakaten – jene von Vanessa Mae wurden letzten November in allen grösseren Deutschschweizer Städten angebracht – läuft die Hardselling-Kampagne mit konkreten Angeboten. «Wir trennen diese beiden Sujets konsequent. Konkrete Angebote mit Promis zu verbinden, geht nicht.» Über die Honorare für die Stars wurde Stillschweigen vereinbart. «Bogner und Berthod sind uns sehr entgegengekommen. Vanessa Mae war etwas teurer. Doch ein grosses Honorar könnten wir uns mit unserem bescheidenen Marketingbudget gar nicht leisten.» Was die Werbekampagnen gebracht haben, lässt sich nicht genau eruieren. Doch so viel kann Ariane Ehrat schon sagen: «Der letzte Sommer 2009 war viel besser als erwartet.»
Im Sommer 2010 fährt die Destination eine andere Werbeschiene. «Wir haben uns entschieden, den Marketingprozess noch stärker auf den Kernwert der Destination auszurichten und vermehrt konkrete Angebote zu promoten.»
Simon Ammann steht mit seiner Person für die Region
Simon Ammann lacht für Toggenburg Tourismus nicht von Plakaten, sein Bild prangt lediglich im Hauptkatalog. Die Tourismusorganisation hat Journalisten in der Deutschschweiz und Süddeutschland kürzlich ein Interview zukommen lassen, in welchem der Skispringer über seine Region erzählt – in der Hoffnung, sie drucken es in ihrer Zeitung ab. «Für grosse Kampagnen haben wir keine Mittel», sagt die Direktorin von Toggenburg Tourismus, Christine Bolt. Simon Ammann werbe «aus Engagement für die Region» für das Toggenburg. «Er macht für uns nur, was seine Sponsorenverträge nicht verletzt.»
Simon Ammann arbeitet seit zwei Jahren mit Toggenburg Tourismus. Ob diese Kooperation mehr Gäste anlockt, weiss Christine Bolt nicht. Der Werbeeffekt, sagt sie, sei eh wesentlich grösser, wenn all die Medien über den Sportler berichteten. «Er ist ein Toggenburger, er spricht unseren Dialekt, er vertritt die bodenständige Art der Region und ist sympathisch. Er repräsentiert Natürlichkeit, Gesundheit und Echtheit – kurz: Er steht mit seiner ganzen Art für das Toggenburg.» Für Deutschland, vermutet Christine Bolt, kann ihre Werbung mit Simon Ammann jedoch eine «Türöffnerfunktion haben. Man kennt ihn in der ganzen Welt».
Was ist, wenn sein Erfolg nachlässt? Die Antwort folgt postwendend: «Er hört vorher auf, bevor er schlecht wird. Er ist genau gleich lässig, ob er gut springt oder nicht. Wir werben mit ihm nicht nur, weil er ein erfolgreicher Sportler ist.»
Christa Rigozzi soll einen Imagetransfer vollziehen
Als Christa Rigozzi 2006 zur Miss Schweiz gekürt wurde, erzählte sie spontan über ihre Ferien, die sie als Kind jeweils in Leukerbad verbracht hatte. Damals war sie noch nicht Werbeträgerin für die Walliser Destination. «Diese Aussage brachte uns auf die Idee, mit ihr zu werben», erklärt der Leukerbader Tourismusdirektor Richard Hug. Letztes Jahr hat Leukerbad mit ihr unter anderem einen TV-Spot produziert. Für 2010 haben Leukerbad Tourismus und Christa Rigozzi einen Exklusiv-Jahresvertrag unterzeichnet, der dem Ort die Branchenexklusivität im Bereich Tourismusdestinationen zusichert. Mit einer Ausnahme: Sie darf weiterhin Anlässe anderer Destinationen moderieren. Auch hier wird nicht über das Honorar gesprochen. Nur so viel: «Die Rechnung geht für Leukerbad auf. Wir haben uns zu guten Konditionen gefunden.» Christa Rigozzi sei sympathisch, charmant, natürlich und passe zu Leukerbad. «Sie ist ein Star zum Anfassen. Sie geht auf die Menschen zu, und die Menschen kommen zu ihr.» So habe sie ganz unkompliziert an einem Charity-Anlass der Alpentherme Lose verkauft.
Die populäre Schöne weilt mit ihrer Familie immer wieder in Leukerbad. «Das ist mit ein Grund, weshalb wir diesen Weg einschlagen», erklärt Hug. «Für uns ist es wichtig, dass sie einen Bezug zum Produkt hat.» Leukerbad erhofft sich, mit Christa Rigozzi einen Imagetransfer vollziehen zu können. «Nebst unseren geschätzten älteren Gästen möchten wir auch Junge ansprechen. Denn die traditionellen Kurferien gibt es nicht mehr.»
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