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22.12.2011
Eine Hotelkarriere zu zweit
Liebe für einander und Leidenschaft für die Hotellerie: Maya und Christof Steiner. Sie arbeiten gerne zusammen.
Liebe für einander und Leidenschaft für die Hotellerie: Maya und Christof Steiner. Sie arbeiten gerne zusammen. (© zvg)
Christof und Maya Steiner haben sich in der Hotelfachschule Thun kennen gelernt. Die Beziehung bewährt sich - das junge Paar führt heute das Hotel Kurhaus Bergün.
Christine Künzler

 

Die kleine Seraina Rosa ist wohl das wichtigste Zeugnis der Liebe zwischen Maya und Christof Steiner. 1998, in der Hotelfachschule Thun, wechseln die beiden die ersten verliebten Blicke. «Wir hatten uns sehr schnell angefreundet», erinnert sich Christof Steiner. «Doch, es war nicht Liebe auf den ersten Blick. Es brauchte ein paar Wochen, bis wir uns gefunden haben.» Die beiden lernen zusammen, machen Gruppenarbeiten und merken sofort, «dass wir gut zusammen arbeiten», erzählt Maya Steiner.

Nach Abschluss der Hotelfachschule folgt ein Härtetest: Sie arbeitet sechs Monate in der Türkei, er in Asien. Die Liebe hat die Trennung überdauert - die beiden nehmen Stellen in Saas-Fee an. Er im Hotel Ferienart, sie bei den Bergbahnen. Aber nur für ein paar Monate, dann wechselt sie zu ihm ins «Ferienart». Später dann geht es wieder auf eine Weltreise. «Wir nahmen zwei Kreditkarten mit, für den Fall, dass wir uns unterwegs trennen würden», erzählt Christof Steiner. «Doch wir brauchten nur eine Kreditkarte. Alles hat bestens funktioniert.»

Andere Meinungen gelten lassen

Zurück in Saas-Fee, übernehmen sie die Leitung und den Aufbau des Hotel Glacier.Die Arbeitsgebiete sind nicht genau abgesteckt, schwergewichtig aber übernimmt er den Hotelteil mit Réception und Marketing, sie das Restaurant und die Hauswirtschaft. «Wir haben beide verschiedene Talente. Meine Stärke ist das Logische, ihre das Emotionale. Und wir sind beide sehr kreativ, wenn es um Konzepte geht», sagt Christof Steiner. «Selten müssen wir lange fachliche Diskussionen führen.» Sie: «Wir gehören nicht zu den Menschen, die gerne streiten.» Er: «Wir können auch andere Meinungen gelten lassen. Obwohl ich in gewissen Dingen schon etwas dominant bin. Doch ich fühle mich nie als alleiniger Chef. Ich sehe auch Maya als Chefin. Die meisten Entscheide fällen wir gemeinsam.»

Im Herbst 2009 übernehmen Christof und Maya Steiner das Kurhaus in Bergün, im Jahr darauf heiraten sie. Die beiden lieben ihre Arbeit. «Wir sehen uns sehr oft, auch wenn wir nicht viel voneinander haben, doch wir sind uns nah», sagen sie. «Wir erleben viele Dinge gemeinsam, wir müssen uns nicht später davon erzählen.» Das empfinden sie als Vorteil gegenüber jenen Paaren, die nicht zusammen arbeiten oder nicht in der gleichen Branche tätig sind. In ihrem Fall sei das Verständnis da, wenn die Arbeitszeiten lang werden und das Engagement gross ist. Grundsatzdiskussionen brauchen sie keine zu führen. «Wenn sich zwischen uns Diskussionen ergeben, geht es immer um den gleichen Punkt: dass wir uns nicht genug Zeit füreinander nehmen.»

Das Kind bringt dem Paar neue Herausforderungen

Weil beide leidenschaftliche Gastgeber sind, ist der Übergang von Geschäft zu Privat oft fliessend. «Wenn wir irgendwo in den Ferien ein Hotel besichtigen, diskutieren wir darüber, weil es uns auch privat interessiert», erklärt Christof Steiner. Der Beruf wird also zum Hobby. «Hotelier zu sein, braucht eine Passion. Es gibt sicher lukrativere Jobs, aber nicht so interessante», zieht er Bilanz.

Letzten August ist Seraina Rosa dazugestossen. Jetzt wird es wichtig, Geschäfts- und Privatleben zu trennen, sagt Maya Steiner. Mit dem Kind habe sich eine neue Situation ergeben. Was hat sich verändert? Er: «Ich arbeite noch mehr.» Sie: «Ich schlafe noch weniger.» Er: «Und ich habe einen Grund mehr, Feierabend zu machen. So ein Kind verlangt einem viel ab.» Nach der Babypause steigt sie nun wieder ein. Vorerst für 20 Prozent. «Wir sind optimistisch, dass wir alles unter einen Hut bringen können. Schliesslich gibt es viele Hotel-Kinder. Und die sind nicht weniger glücklich als andere Kinder und bekommen auch nicht weniger Liebe.»

  
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