Beat Krippendorf und Olaf Reinhardt, welches ist die Stärke Ihrer Hotelkooperation?
Beat Krippendorf: Swiss Quality Hotels nimmt den Hoteliers alles ab im Bereich Internet und Buchungsplattformen. Sie könnten diese Leistungen nur mit einem sehr grossen Aufwand selber professionell erbringen - wenn überhaupt.
Olaf Reinhardt: Das sind unsere drei Standbeine, auf denen wir stehen: Das wichtigste ist die Qualität unseres Hotelportfolios für den individuell reisenden Feriengast. Das zweite Standbein sind die langjährigen Mitarbeiterinnen in unserer Geschäftsstelle, die jedes Hotel kennen und deshalb im Callcenter den Gästen kompetent Auskunft erteilen können. Das dritte ist unser Partnermarketing: Wir sind verlässliche Partner für Unternehmen aus der Wirtschaft.
Welches ist die Stärke der jeweils anderen Hotelgruppe?
Beat Krippendorf: Meiner Ansicht nach haben die Hoteliers bei Private Selection ein enges langjähriges persönliches Netzwerk, welches von Alpine Classic Hotels herrührt und sich sehr positiv auswirkt.
Olaf Reinhardt: Sie sind sehr stark in den elektronischen Distributionskanälen. In diesem Bereich hat sich Swiss Quality Hotels einen Vorteil verschafft.
Ihre wichtigste Herausforderung als Präsident der Gruppe?
Beat Krippendorf: Mein Ziel ist es, dem Team von Swiss Quality Hotels Halt, Verbundenheit und Unterstützung zu geben. Ich verstehe mich als Coach und Sparringpartner. Autonomie und Freiheit sind zwei weitere menschliche Bedürfnisse, die ich respektiere und lebe. Der VR gibt die Strategie klar vor, ich mische mich jedoch nicht in das operative Geschäft ein. Nur so lassen sich gute Mitarbeitende finden. Und über die verfügen wir in unserer Geschäftsstelle.
Olaf Reinhardt: Bei unseren Hoteliers hat der Prozess des Generationswechsels begonnen - das ist für mich eine der grössten Herausforderungen. Früher musste sich ein Hotelier einer Kooperation anschliessen, um Zugang zu den GDS zu haben. Heute hat sich die Situation grundlegend verändert. Die Folgegeneration hat das Bedürfnis der Gruppenzugehörigkeit für den elektronischen Vertrieb nicht mehr. Eine meiner grössten Aufgaben ist es also, die Nachwuchshoteliers zu überzeugen, dass eine Kooperation mit uns wirklich Sinn macht. Denn wir sind eine Verkaufs- und Marketingorganisation, die dafür sorgt, dass neue Gäste kommen.
Ihre persönliche Stärke als Präsident?
Beat Krippendorf: Die inneren Werte sind mir sehr wichtig. Ich stelle mich in den Dienst der Swiss Quality Hotels und führe durch Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Bescheidenheit.
Olaf Reinhardt: Meine Stärke ist meine enge und familiäre Beziehung zu unseren Mitgliedern, die sehr oft hilft, wenn es irgendwo Spannungen zu lösen gilt. Ich bin Gründungsmitglied und von Anfang an mit dabei.
Ihre persönliche Schwäche?
Beat Krippendorf: Ich bin wohl manchmal etwas zu lieb.
Olaf Reinhardt: Da müssten Sie schon meine Hoteliers fragen... Manchmal habe ich das Gefühl, für mein Amt zu wenig Zeit zu haben. Denn ich habe ja parallel zum Präsidium noch mein eigenes Unternehmen, führe zwei Hotels und habe verschiedene Verwaltungsratsmandate.
Was machen Ihre Hoteliers gegen den starken Franken?
Beat Krippendorf: Wir von den Swiss Quality Hotels müssen auf eine ausgesprochen gute Dienstleistungsqualität setzen, mit der wir Gäste als Freunde gewinnen können. Nur so wird der Preis zweitrangig.
Olaf Reinhardt: Wir haben viele Schweizer Gäste in unseren Hotels. Wir kämpfen also gegen die Lust der Schweizer, ihre Ferien in Euro-Ländern zu verbringen. Hier hilft uns das Partnermarketing. Das wollen wir noch verstärken. Das neuste Beispiel ist die Kooperation mit der Swiss: Wir können unseren Stammkunden nun die Möglichkeit bieten, Miles zu sammeln.
Ihre Vision für die nächsten Jahre?
Beat Krippendorf: Wir haben in der Hotellerie viele gute Mitarbeitende, die mit Leidenschaft und Enthusiasmus tätig sind und mit Überzeugung auf Qualität und Gastfreundschaft setzen.
Olaf Reinhardt: Ich möchte den Weg von Private Selection so weiterverfolgen, wie wir ihn heute gehen. Die Idee von uns Gründungsmitgliedern war es schon damals, einen Gegenpol zu schaffen zu den international auftretenden Hotelketten. Wir Einzelhoteliers, die eigentlich die Qualität der Schweizer Hotellerie ausmachen, können nicht länger zuschauen, wie internationale Ketten immer mehr in die Ferienhotellerie eindringen. Irgendwann werden wir sonst das Problem haben, dass die grossen Hotels mit ihren finanzstarken Marktauftritten die Kleinen zur Seite drängen.
Die Personen: Beat Krippendorf und Olaf Reinhardt
- Beat Krippendorf ist seit Beginn 2000 Präsident der Swiss Quality Hotels. Die Gruppe mit Geschäftssitz in Stäfa umfasst 80 Hotels.
- Olaf Reinhardt ist seit 1. Oktober 1996 Präsident der Private Selection Hotels. Die Gruppe hat ihren Geschäftssitz in Luzern und umfasst 51 Hotels.


Den Präsidenten eines Unternehmens, einer Organisation oder eines Verbandes kommt eine wichtige Aufgabe zu. Sie bestimmen, wo's langgeht, wann Vorwärtsstrategie und wann eher Zurückhaltung angebracht ist.



