Sie war Generalgouvernante, er Vizedirektor im Berner Hotel Schweizerhof. Beide, Elisabeth und Martin Emch, hatten fast ein Jahr zusammen gearbeitet, bis sie sich näher kamen. Geheiratet haben sie aber noch während ihrer «Schweizerhof»-Zeit. Dank dem, dass sie Privates und Geschäftliches strikte trennten, gab es unter den anderen Mitarbeitenden kein Getuschel. «Zudem waren wir beide nicht mehr ganz jung», hält Elisabeth Emch fest.
Sechs Monate später wechselte sie zu einem Personalbüro, und ihr Mann nahm seine Stelle bei der Turicum Hotel Management Group in Zürich an. Heute gehört ihm dieses Unternehmen. «Ein eigenes Hotel zu führen, stand ebenfalls zur Diskussion. Wir schauten uns auch einige Betriebe an, der passende war jedoch nicht dabei», erzählt Elisabeth Emch.
Als die beiden Kinder kamen, blieb Elisabeth Emch zu Hause -erst in Bern, dann in Zürich. Während dieser Zeit engagierte sie sich in der Lehrlingsaufsicht, als Prüfungsexpertin und erteilte Einführungskurse für Lehrlinge. Alles Standbeine aus ihrem angestammten Beruf. Zuletzt amtete sie während drei Amtsperioden als Präsidentin der Schulpflege Hedingen - ein Fulltime-Job. «Ich konnte mir die Zeit frei einteilen und war zu Hause, wenn die Kinder da waren.»
Dass sie und er in der Hotellerie heimisch sind, sei ein Vorteil, zieht Elisabeth Emch Bilanz. «Das hilft, zu verstehen, dass der Partner lange Arbeitszeiten hat.» Das sieht auch ihr Mann so. «Wäre es anders, müsste sehr viel Aufwand betrieben werden, um verständlich zu machen, was hinter einem Engagement in der Hotellerie steht».
Sachdiskussionen werden im Büro und nicht zu Hause geführt
Seit letztem Jahr ist sie nun mit einem 70-Prozent-Pensum bei der Firma ihres Mannes tätig. Sie ist zuständig für die Hauswirtschaft und den Gruppeneinkauf der Turicum-Hotels. Die Gefahr, dass das Geschäft rund um die Uhr Gesprächsthema ist, ist gross. «Wir mussten einen Weg finden, Privates und Geschäftliches zu trennen. Dieser Schnitt ist uns gelungen», hält Elisabeth Emch fest. «Wenn der eine genug hat von geschäftlichen Diskussionen, sagt er es dem andern.» Fachliches oder Meinungsverschiedenheiten würden meist im Büro besprochen. Ein Privatleben jenseits des Betriebs führen zu können, ist auch für Martin Emch sehr wichtig.
Die Zusammenarbeit im Betrieb funktioniere gut, bestätigt er. Elisabeth Emch ist nicht einfach die Frau vom Chef. «Sie nimmt eine Stelle ein, die vorher eine Angestellte innehatte und wird auch wie eine Angestellte behandelt. Das wissen unsere Mitarbeitenden.» Eine wichtige Spielregel, findet er. «Wir können, wenn es sein muss, uns gegenseitig konstruktiv kritisieren, weil jeder seinen eigenen Arbeitsbereich hat.»
Emchs können ihre Gastgeberrolle in ihren Betrieben ausleben
Für Elisabeth Emch hat die Zusammenarbeit mit ihrem Mann ihre Beziehung verstärkt. Vielleicht spielt mit, dass ihre beiden Mädchen langsam flügge werden. Auf jedenfall sei sie, sagt sie, «happy» mit ihrer beruflichen und persönlichen Situation.
«Wir ergänzen uns gut. Wir haben beide unsere Stärken, die wir ausleben können», freut sich auch Martin Emch. Für sie ist der «gegenseitige Respekt und der Umgang auf gleicher Augenhöhe» Voraussetzung für eine gute Beziehung. «Wichtig ist auch Toleranz, Vertrauen, Transparenz, Offenheit sowie, sich gegenseitig einen Freiraum zu gewähren», ergänzt ihr Ehemann.
«Wir hätten auch ein gutes Hoteldirektionspaar abgegeben», ist Martin Emch überzeugt. «Wir sind beide Gastgeber, wir fühlen uns in dieser Rolle wohl, das liegt uns im Blut.» Er bedaure jedoch nicht, einen anderen beruflichen Weg eingeschlagen zu haben. «Wir können unsere Fähigkeiten in unsere Betriebe einbringen.»
Roland Zegg von Grischconsulta ist überzeugt: Der Sommer in der Schweiz hat Zukunft. Nun brauche es passende Angebote. 
«Kreativ sein» heisst das Motto in Graubünden, im Berner Oberland und Wallis diesen Sommer. Die Hotels locken die Gäste mit speziellen Angeboten. 
Der Klimawandel betrifft nicht nur den Winter, sondern auch den Sommer. Nicht nur im negativen Sinne - doch gilt es, die positive Auswirkung «Sommerfrische» gezielt zu vermarkten. 
In diesem Sommer fokussieren die Schweizer Tourismusverantwortlichen vor allem auf den Inland-Markt. Alle Touristiker rechnen mit einem Logiernächte-Minus. 
Bergbahnen setzen vermehrt auf das Sommergeschäft. Sie forcieren es mit innovativen Produkten und Preisvergünstigungen. 
In den Nachbarländern steigt die Zahl der Sommer-Logiernächte. Österreich setzt auf Wandern und Geniessen, Südtirol auf alpine Kompetenz und Bayern auf Aktivurlaub. 
Die Wanderer von heute sind jünger und anspruchsvoller: Modische Wanderbekleidung und ein gutes Essen danach gehören heute immer mehr dazu. 
Graubünden wirbt in diesem Bergsommer um die Familien. Kinder bis 12 Jahre übernachten in 160 Bündner Hotels gratis, bis 15-Jährige mit mindestens 50 Prozent Reduktion. 
Zielgruppe: gut situierte Singles, Gays, Lesben. Die Hotels: das Aviva in Oberösterreich und das Axel Hotel in Berlin. Zwei unkopierte Erfolgsstorys. 






Philosoph, Paartherapeut und Exhotelier: Matthias Ohler weiss, was eine Hoteliersehe ausmacht. Sein Tipp: Miteinander reden und nicht zu viel erwarten.
In den Zimmern des Hotel Drei Raben werden Geschichten erzählt. Nürnberger Mythen. Es sind Erzählungen aus der Umgebung, mit der sich der Gast so auseinandersetzt.
Wohnen in Bäumen, genau gesagt in Baumhäusern. Das können Gäste im Norden Deutschlands. Sei es im Design-Baumhausdorf oder im Baumhaushotel.