Heuer feiert die Berninalinie ihren hundertsten Geburtstag. Das ganze 2010 hindurch. Ein solches Jubiläum füllt die Wagons und lässt die Kassen klingeln. Vor allem, wenn man attraktive Packages für Gäste von nah und sehr fern schnürt, wie das die Rhätische Bahn mit über 50 Partnern entlang der Linie getan hat. Wer im 2010 ab einem Bahnhof in Graubünden an die Berninalinie fährt, erhält gratis den Bernina-Jubiläums-Pass und damit Sonderangebote von Pizzoccheri bis zum Veltliner, von der Berninaschoggi bis zur vergünstigten Unterkunft.
«Das Medien- und damit auch das Publikumsinteresse ist überaus gross», resümierte bereits im Januar, beim Start in die Jubiläumsfeierlichkeiten, der RhB-Mediensprecher Peider Härtli. Speziell die Berninalinie sei eine eigentliche «Touristenbahn», über 80 Prozent der Einnahmen stammen aus dem Tourismus. «Vor allem die Japaner fressen uns vor Begeisterung fast auf», lacht Härtli und zeigt auf eine Tafel mit japanischer Inschrift, welche oben auf der Alp Grüm an die «Schwesterbahn» Hakkone Tozan erinnert, eine Kopie der Berninalinie, welche ein japanischer Ingenieur erbaute.
Die Rhätische Bahn hat bereits lange Erfahrung mit Jubiläen: 2003 wurde die Albulalinie hundertjährig, 2009 die Linie Davos–Filisur. Bald nach dem Bernina-Geburtstag wird 2013 Bever-Scuol jubilieren können, 2014 dann wird die Linie Chur–Arosa ihren Hundertsten feiern. Jedes Fest zieht jeweils Scharen von Schaulustigen und Passagieren an. Langfristig noch mehr bringt allerdings eine Auszeichnung wie die Aufnahme ins Weltkulturerbe, welches der Rhätischen Bahn 2008 zuteil geworden ist. «Seither verzeichnen wir auf der Albula- und der Berninalinie eine Zunahme von 15 Prozent», sagt Peider Härtli, «sogar das Münstertal, das vorher nie einen Japaner gesehen hat, wird jetzt zum touristischen Ziel».
Bahnjubiläen ziehen Publikum an. Das zeigte auch die 125-Jahr-Feier der Gotthardbahn im Herbst 2007: Die unerwartete Masse von 30000 Menschen kam und feierte.
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