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04.02.2010
Grosskunden drücken die Preise
Der Businessmarkt ist ein Nachfragemarkt: Firmen diktieren den Hoteliers die Preise.
Der Businessmarkt ist ein Nachfragemarkt: Firmen diktieren den Hoteliers die Preise. (© Fotolia)
Der Meeting-Kunde ist ein gern gesehener Businessgast. Dagegen machen Firmenkunden mit enormem Preisdruck den Hotels das Geschäft madig.
Gudrun Schlenczek

Das Geschäft mit den Geschäftskunden ist ein gutes für den Stadt-Hotelier. «Der Businessgast zahlt im Vergleich zum Weekend-Freizeitgast pro Nacht bis doppelt so viel», verdeutlicht Stephan Kistler, Hoteldirektor des «Crowne Plaza» in Zürich. Um das Wochenende auszulasten, muss der Stadt-Hotelier dann den Freizeitgast nämlich mit entsprechend tiefen Preisen locken. Und der Businessgast gibt im Hotel auch mehr zusätzlich aus als der Städte-Tourist: im Durchschnitt pro Tag 100 Franken, so Kistler.

Der ausländische Meeting-Gast gibt mehr aus als der Schweizer
Besonders attraktiv sei der Veranstaltungstourismus, bei dem im Vorfeld alles fix gebucht wird: «Kongress- und Meetingtourismus ist sehr gut kalkulierbar.» Ein Kongressgast zahlt im «Crowne Plaza» im Durchschnitt pro Nacht zwischen 250 und 280 Franken, dazu kommen die Saalmiete von um die 20 Franken pro Person, Mittagessen und Pausenverpflegung für 110 Franken und das Nachtessen für um die 45 Franken – ohne Getränke also ein Umsatz pro Gast von 450 Franken pro Tag. Am attraktivsten sind die ausländischen Meetinggäste, zeigt die Statistik: Diese bleiben im Durchschnitt nicht nur länger als die Schweizer – drei statt zwei Tage – sondern geben auch mehr aus: 350 Franken pro Nacht inklusive Nebenausgaben. Bei den Schweizer Meeting-Gästen betragen die Gesamtausgaben rund 300 Franken .

Zudem ist der Kongress- und Tagungsgast ein Kunde, den man aktiv bewerben kann, betont Maurus Lauber, Leiter Marketing bei Zürich Tourismus. Dagegen ist das Segment Business in erster Linie davon abhängig, wie viele grosse internationale Unternehmen ihren Sitz in der entsprechenden Destination haben. «Da haben wir keinen Einfluss», erklärt Lauber.

IT-Firma will 5% weniger zahlen
Und diese grossen Firmen diktieren zunehmend die Preise. Stephan Kistler: «Der Preisdruck im Business ist gewaltig.» Ein Grosskunde der Zürcher Hoteliers ist eine international tätige IT-Firma, die den Hotels 20000 Logiernächte pro Jahr beschert. Wer von dem Kuchen was abhaben will, muss die Übernachtungspreise für diese Firma 2010 im Vergleich zum Vorjahr nochmal um 5 Prozent senken und am besten für Food&Beverage auch noch 10 Prozent weniger verrechnen. Ist das noch attraktiv für den Hotelier? Ja. meint Stephan Kistler. Der Businessgast sei für den fest verhandelten Preis eben auch dann da, wenn keine Kongresse stattfinden und der Yield-Preis tief ist.

In weniger guten Jahren kämpfen Geschäftshotels mit den Zahlen
In weniger guten Jahren scheint die Geschäftshotellerie jedoch stärker mit den Zahlen kämpfen zu müssen als die Freizeithotellerie. Das zeigt ein Blick in die Erfa-Statistik von hotelleriesuisse: Die Stadthotellerie, die rund drei Viertel ihres Umsatzes mit Geschäftstourismus erwirtschaftet, wies 2005 in allen Kategorien einen schlechteren GOI (Brutto-Betriebserfolg nach neuem Kontenrahmen) aus als die Ferienhotellerie.

In den folgenden besonders guten Wirtschaftsjahren wurde das Minus zum Teil mehr als aufgeholt. 2008 erzielten die 3-Sterne-Stadt-Hotels den gleichen GOI wie die 3-Sterne-Ferienbetriebe (gut 42%). Der GOI der 4-Sterne-Häuser (46,3%) überstieg sogar das Pendant in den Ferienregionen (43,4%). Nur im 5-Sterne-Segment schaffte man nicht das Niveau der Ferien-Hotels (43,7% versus 48,1%).

In Krisenzeiten sinkt der RevPAR stärker als in der Ferienhotellerie
Die kleinere Krisenstabilität des Geschäftstourismus zeigt sich ebenfalls in der Entwicklung des RevPAR (Beherbergungsertrag pro Zimmer und Öffnungstag) in der 4-Sterne-Hotellerie. 2002 lag dieser in der Ferienhotellerie nur 4 Prozent tiefer als im Vorjahr und erholte sich dann wieder. In der geschäftslastigen Stadthotellerie erreichte der RevPAR seinen Tiefpunkt im 2003 mit einem 18 Prozent kleineren Betrag als 2001 und erholte sich erst in den kommenden Jahren.

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