Wer Europa erleben will, muss nicht unbedingt weit reisen: In Deutschlands grösstem Freizeitpark in Rust bei Freiburg entführen vier grosszügige Hotelanlagen in die klassischen mediterranen Urlaubsregionen Spanien, Italien und Portugal. «Als wir das erste Hotel eröffnen wollten, haben wir uns gefragt, wo der Deutsche am liebsten seinen Urlaub verbringt», erklärt Thomas Mack, Sohn des Park-Chefs Roland Mack und zuständig für Gastronomie und Hotellerie.
Mediterranes Europa authentisch interpretiert
Das war 1995. Inzwischen sind einige der beliebtesten Urlaubsregionen mit dem Freizeitpark Rust in die Nähe gerückt: Das erste Hotel, das 4-Sterne-Haus El Andaluz, ist einer spanischen Finca nachempfunden. Ein blühender Palmengarten bildet das Herz der Anlage.
Wildromantischen Burggeist versprüht das seit 1999 bestehende 4-Sterne-Burghotel Castillo Alcazar. Es sei das beliebteste der vier, so Mack. Die Gäste schlafen in prunkvollen Betten wie zur spanischen Ritterzeit.
Liebhaber von Bella Italia nächtigen im 2004 eröffneten «Colosseo»: Das 4-Sterne-Superior-Hotel mit dem imposanten und detailgetreu gestalteten Kolosseumsbogen bietet aber noch mehr als thematisierte Suiten mit Wandmalereien und prunkvollen Bädern. Auf der Piazza Roma etwa kann man sich von Fontänen berieseln lassen. Kinder können im Wasserspielplatz Campo del Mare planschen, Cafés laden zum Verweilen ein.
Das jüngste Hotel ist das 4-Sterne-Superior-Haus Santa Isabel, das mit portugiesischer Klosteratmosphäre und passenden Wellnessangeboten den Gast in eine andere Welt versetzt.
Hotels entpuppen sich für den Park als Goldgrube
Im Juli eröffnet der Europa-Park sein fünftes Hotel: Das 4-Sterne-Superior klassifizierte «Bell Rock», ist im New-England-Style gehalten - hier sollen sich die Besucher auf die Spuren der Pilgerväter begeben. «Wir wollten schon immer ein maritimes Hotel und eines mit Leuchtturm», so Mack. Der Leuchtturm mit sechs exklusiven Suiten und Fine-Dining-Restaurant soll nun zum neuen Wahrzeichen des Parks werden.
Für den Europa-Park sind die Hotels eine Goldgrube. Nicht nur weil sie während den Öffnungszeiten des Parks eine Auslastung von 90 Prozent erzielen. Die Beherbergung garantiert dem Freizeitpark auch eine gewisse Grundauslastung. «So ist das Geschäft weniger wetterabhängig», verdeutlicht Thomas Mack. Am besten verkaufe sich das Zwei-Tages-Package mit Übernachtung. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt 1,4 Nächte. Macks erklärtes Ziel: Steigerung auf zwei bis drei Nächte. Dafür muss das Freizeitangebot weiter wachsen.
Ein zweiter Park ist die Vision der Familie Mack: ein Wasser- und Adventure-Park. Zwischen Autobahn und dem bestehenden Park stünden noch 60 Hektar zur Verfügung. «Wir wollen uns als Kurzreisedestination positionieren», erklärt Thomas Mack die Strategie. Von Krisenzeiten würde man nur profitieren: In Rust kann der Urlauber bereits ab 136 Euro zwei Tage lang mediterranes Europa ganz nah erleben.
Europapark Rust: Fast jeder vierte Gast übernachtet
Freizeitpark: 13 europäische Themenbereiche auf 90 Hektar. Bettenzahl:
Hotels ab Juli 2012 (inkl. Bell Rock): 4500 Betten; Camping: 1200
Betten. Investition Hotel Bell Rock: 40 Mio. Euro. Besucher 2011:
über 4 Mio.; Mehrtagesgäste 2011: 23%; Gäste zu 49% aus Deutschland,
Schweiz 20%, Frankreich 20%. Umsatz: Park 60%, Hotels 40%. Anzahl
Mitarbeiter 2012: 3400, 50% aus Frankreich.
Themenhotels: Ein Blick über die Grenzen
In den deutschsprachigen Nachbarländern Österreich und Deutschland
stehen viele Themenhotels. Die meisten sind gut ausgelastet. Einige
dieser Konzepte könnten auch in der Schweiz umgesetzt werden. Eine
Auswahl (siehe unten).















