Beat Hassenstein hat auf Ende Oktober 2011 sein 3-Sterne-Hotel Splendid in zentraler Lage an der Ecke Höheweg und Harderstrasse in Interlaken verkauft. Es ist seit dem 23. Oktober geschlossen. Käuferin ist die Chinesin Mah Wei mit ihrer im April 2011 in Interlaken gegründeten MW Trading AG.
Hassensteins Eltern hatten das Hotel 1947 gekauft. Ab 1979 führten Beat und Käthi Hassenstein als Nachfolger den Betrieb auf eigene Rechnung. Mitgemacht hatten sie schon vorher. «Über 40 Jahre lang haben wir in unserem Hotel gearbeitet. Als Besitzer haben wir die Gewinne immer reinvestiert», sagt Beat Hassenstein. Nun sei die Beziehung seiner Familie zum Hotel beendet. «Das kam nicht über Nacht; es gab Probleme», betont er. «Der wesentliche Punkt dabei - und das Hauptmotiv des Verkaufs - ist der Investitions-Bedarf eines solchen Hauses. Das Finanzieren und Amortisieren wurde immer schwieriger und von den Banken her verteuert.»
Umbau schafft Verkaufsläden im ganzen Hotel-Erdgeschoss
Über den Verkaufspreis möchte Beat Hassenstein nichts sagen, nur: «Das gute Angebot hat den Ausschlag gegeben. Und die Sicherheit, dass das Hotel von der Investorin - einer Asiatin, die Freude daran hat - weitergeführt wird, anstatt es kaputtgehen zu lassen. Ein Hotel ist keine Fussballmannschaft wie Xamax.» Das Konzept für die Zukunft des «Splendid» habe ihn überzeugt: «Es wird ein Hotel-Bijou.» Die operative Leitung hat ein Schweizer übernommen: General Manager der MW Trading AG und des Hotels Splendid ist Jürg Schneider. Die MW Trading wurde für den Verkauf von Uhren, Juwelen, sowie Gold- und Silberwaren gegründet. Ihr erster Verkaufsladen wird im Erdgeschoss des «Splendid» eingerichtet; weitere Verkaufsflächen werden vermietet. Die Verkaufsgeschäfte werden im «Splendid»-Gebäude die Erdgeschoss-Flächen des bisherigen «Buddy's Pub», der ehemaligen Réception und der Kleider-Boutique belegen, deren Mietvertrag in diesem Jahr abläuft.
Ex-Besitzer macht jetzt Consulting für Tourismus und Events
Ausgenommen vom gegenwärtigen Umbau mit geplanter Eröffnung im Frühling ist der Hotel-Eingang. Er ist wie andere Teile des Hauses denkmalgeschützt. Die 34 Gästezimmer werden renoviert. Die Réception zügelt in den 1. Stock. Das Restaurant, ebenfalls im 1. Stock, wird laut Schneider «durch einen Laden mit typisch schweizerischer Küchenausstattung, von Topf bis Messer ersetzt». Für die Hotelgäste gebe es in der nächsten Sommersaison Übernachtung mit Frühstück. Ein neues Restaurant sei später geplant.
Beat Hassenstein hat sich in Interlaken ein Consulting für Events und Tourismus-Support eingerichtet: «Buddy's Help Point». Der 36-jährige Hassenstein-Sohn Daniel geht als Eventmanager eigene Wege. Eigentlich hätte die 34-jährige Tochter Andrea als ausgebildete Hotelfachfrau das Hotel Splendid übernehmen sollen, gemeinsam mit ihrem Partner Alain Loepfe, einem Zimmermann. Andrea ist unterdessen Mutter geworden, Loepfe arbeitet bei einem grossen Bauunternehmen der Region.
Roland Zegg von Grischconsulta ist überzeugt: Der Sommer in der Schweiz hat Zukunft. Nun brauche es passende Angebote. 
«Kreativ sein» heisst das Motto in Graubünden, im Berner Oberland und Wallis diesen Sommer. Die Hotels locken die Gäste mit speziellen Angeboten. 
Der Klimawandel betrifft nicht nur den Winter, sondern auch den Sommer. Nicht nur im negativen Sinne - doch gilt es, die positive Auswirkung «Sommerfrische» gezielt zu vermarkten. 
In diesem Sommer fokussieren die Schweizer Tourismusverantwortlichen vor allem auf den Inland-Markt. Alle Touristiker rechnen mit einem Logiernächte-Minus. 
Bergbahnen setzen vermehrt auf das Sommergeschäft. Sie forcieren es mit innovativen Produkten und Preisvergünstigungen. 
In den Nachbarländern steigt die Zahl der Sommer-Logiernächte. Österreich setzt auf Wandern und Geniessen, Südtirol auf alpine Kompetenz und Bayern auf Aktivurlaub. 
Die Wanderer von heute sind jünger und anspruchsvoller: Modische Wanderbekleidung und ein gutes Essen danach gehören heute immer mehr dazu. 
Graubünden wirbt in diesem Bergsommer um die Familien. Kinder bis 12 Jahre übernachten in 160 Bündner Hotels gratis, bis 15-Jährige mit mindestens 50 Prozent Reduktion. 
Zielgruppe: gut situierte Singles, Gays, Lesben. Die Hotels: das Aviva in Oberösterreich und das Axel Hotel in Berlin. Zwei unkopierte Erfolgsstorys. 






Thomas Allemann, verantwortlich für die Hotelklassifikation bei hotelleriesuisse, sieht Vor- und Nachteile in ausländischen Käufern. Die Frage ist, ob ins Hotel reinvestiert wird.
In den Zimmern des Hotel Drei Raben werden Geschichten erzählt. Nürnberger Mythen. Es sind Erzählungen aus der Umgebung, mit der sich der Gast so auseinandersetzt.
Wohnen in Bäumen, genau gesagt in Baumhäusern. Das können Gäste im Norden Deutschlands. Sei es im Design-Baumhausdorf oder im Baumhaushotel.