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26.08.2010
Jazz Cafés als Festivalbotschafter
Die Musik spielt in den  Montreux Jazz Cafés eine zentrale Rolle.
Die Musik spielt in den Montreux Jazz Cafés eine zentrale Rolle. (© zvg)
Die Montreux Jazz Cafés reiten auf der Musikwelle – und bewerben umgekehrt das Kulturhighlight am Genfersee.
Pieter Poldervaart

Die Konzerte am Jazz Festival Montreux sind einmalig – doch sie werden konserviert: Nicht nur auf Tonträger, sondern auch auf Video. Statt die Hunderte von Stunden nur den Insidern um Festivalgründer Claude Nobs vorzubehalten, wurden sie 2008 zum Leitmotiv der Montreux Jazz Cafés (MJC) erkoren, die im Franchising weltweit vergeben werden: «Unsere Konzertaufnahmen werden öffentlich exklusiv in den MJC gezeigt», so Brand-Manager Alexandre Edelmann. Auch die Dekoration ist ganz auf den jährlichen Ohrenschmaus am Lac Léman eingestellt: Grossformatige Abbildungen zeigen die Künstler, die dem Festival die Ehre gegeben haben.

Als Nebeneffekt das Image des Festivals polieren
«Jazz» sei allerdings in einem weiteren Sinn zu verstehen, so Edelmann, der sein Konzept nicht als Geheimtipp für Jazz-Liebhaber missverstanden wissen will. «Am Festival und also in den MJC haben auch andere Stile von Blues, Rock und World bis zu Hip-Hop Platz.» Das Styling der Lokale ist identisch, inklusive Schuhfarbe der Serviceangestellten. Die Küche offeriert ein Gemisch von lokalen Gerichten, die teilweise von Claude Nobs selbst entwickelt sein sollen, und internationalen Standards. In Sydney etwa, wo MJC mit dem Verkehrscaterer SSP kooperiert – entfallen 90 Prozent des Food-Umsatzes aufs Frühstück.

Von der Rhone an die Limmat bis nach New York und Schanghai
Die Montreux Experience SA betreibt die MJC im Franchising von der Stiftung des Jazzfestivals und lizenziert wiederum interessierte Betreiber. Über die Konditionen gibt Edelmann keine Auskunft. Klar ist aber, dass als Nebeneffekt das Image des Festivals poliert werden soll. «Wir wollen unbedingt die zentralen Werte des Festivals hoch halten und das Erbe des inzwischen 44 Jahre alten Ereignisses pflegen», so der Brand-Manager. Zwar sei das Ziel, die Botschaft des Musikfestivals einer grösstmöglichen Zahl von Menschen bekannt zu machen – doch nur in einem hervorragenden Umfeld. Deshalb beobachte man sämtliche Franchisenehmer sehr aufmerksam.

Der Ausbau jedenfalls geht forsch voran: 2008 wurde MJC am Flughafen Genf gestartet, fürs 2011 stehen gleich drei Neueröffnungen an: New York, Zürich und Montreux, wo während des Festivals bis zu 2000 Gäste verköstigt werden sollen. 2012 folgt an der ETH Lausanne gegenüber des «Learning Centers» ein weiteres Lokal. Neben festen Einrichtungen entwickelt MJC eine temporäre Variante, wie sie aktuell an der Weltausstellung Schanghai zu besichtigen ist und etwa an den Olympischen Spielen 2012 in London umgesetzt wird. Doch damit ist nicht Schluss. Edelmann: «Das sind nur die beschlossenen Projekte. Weitere sind derzeit in Diskussion.»

  
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