Die Zürcher Hoteliers haben sich intensiv mit ihrer nahen und etwas ferneren Zukunft befasst und beim Luzerner Institut für Tourismuswirtschaft eine Studie in Auftrag gegeben. Als Ziel darin ist formuliert: «Die Zürcher Hotellerie will im Jahr 2030 zu den fünf besten Städtedestinationen in Europa gehören und sich als nachhaltige Corporate-Leisure-Boutique positionieren.» Merkmale dieser Positionierung sollen, nebst einer überschaubaren Grösse, eine hohe Qualität sowie «Exzellenz bezüglich Nachhaltigkeit» sein. In einer Fortsetzung dieser Studie wird die Strategie der Zürcher Hoteliers 2013 bis 2017 präziser definiert. Da steht unter anderem: «Die Zürcher Hoteliers unterstützen die Nachhaltigkeits-Charta von Schweiz Tourismus und wollen bei diesem Thema innerhalb der Schweizer Hotellerie eine Vorreiterrolle einnehmen.» Die Vorgaben sind also recht hoch gesteckt. «Wenn man ein Ziel hat, muss man die Messlatte so hoch wie möglich setzen, sonst gehört man nie zur Elite», sagt Peter H. Ernst, Vorstandsmitglied des Zürcher Hotelier Vereins ZHV und Direktor des Hotels Seedamm Plaza in Pfäffikon.
Wer sich wie zertifizieren will, wird selbst entschieden
Konkret will der Zürcher Hotelier Verein vor allem Informationsarbeit bei seinen Mitgliedern leisten: «Wir stellen beispielsweise Checklisten zur Verfügung, anhand derer sich ein Hotelier über verschiedenste Bereiche informieren kann. Etwa zu den Themen Energieoptimierung, Wasserverbrauchminimierung, Redu- zierung des Stromverbrauchs oder zu verschiedenen Nachhaltigkeitslabels.»
Der ZHV könne jedoch gerade im Bereich Zertifizierung keine Vorgaben machen, «es wäre verfehlt, wenn wir verlangen würden, dass jedes Hotel dieses oder jenes Zertifikat anstrebt». Jeder Hotelier müsse für sich und sein Haus selber abklären, was sinnvoll sei und passe. Wichtig sei nicht nur, dass man sich Ziele setze und diese zu erreichen versuche, ebenso wichtig sei auch, dass man Fortschritte messe, systematisch aufzeichne und diese schliesslich auch kommuniziere: «Es wird sehr viel unternommen, aber zu wenig darüber gesprochen. Wenn ein Hotel seine Erfolge auf dem Gebiet des Energiesparens oder der Abfallminimierung publik macht, motiviert das auch andere», ist Peter H. Ernst überzeugt.
Im Bereich Food & Beverage versucht der ZHV die Nachhaltigkeit seiner Mitglieder ebenfalls zu fördern und sie auf regionale, faire und gerechte Produkte zu sensibilisieren, beispielsweise mit dem bereits lancierten Projekt «Frühstück aus der Region». «Bei dem Angebot kann wirklich jeder Hotelier mitmachen», findet Ernst.
Auch der CO2-Ausstoss ist bei den Zürcher Hoteliers ein Thema
Und auch zum Thema Kompensation von CO2 hat sich der ZHV Gedanken gemacht. «Wir orientieren unsere Mitglieder über die CO2-Verordnung vom Mai dieses Jahres und zeigen auf, was zu tun ist - oder auch, wie sie sich künftig von zusätzlichen Abgaben befreien können. Auch das ist unsere Aufgabe», führt der Hotelier aus. Persönlich kann sich Peter H. Ernst nicht mit CO2-Kompensationsmöglichkeiten anfreunden: «Wer es sich leisten kann, kann es sich mit Kompensationszahlungen sehr einfach machen. Mir kommt das ein bisschen vor wie Ablasszahlungen.»


Die Umsetzung der Nachhaltigkeits-Charta harzt. Es fehlt an Ressourcen. Zudem fühlt sich der Schweizer Tourismus-Verband von den Organisationen zu wenig unterstützt.



