Thomas Hofstetter, Umweltbildner, Erlebnispädagoge und Assistent an der Fachstelle Umweltbildung des Instituts Umwelt und Natürliche Ressourcen an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften Wädenswil (ZHAW), setzt sich mit Themenwegen auseinander. Unter anderem arbeitet er an einem Tool, mit dem sich Themenwege bewerten lassen. «Wir evaluieren mit Hilfe von GPS-Loggern und Befragungen das Besucherverhalten auf Themenwegen und ziehen daraus weitere Schlüsse für deren Gestaltung.» Noch ist die ZHAW für das Projekt auf Geldsuche. «Unser Ziel ist es, mit dem Tool mehr qualitativ wertvolle und gewinnbringende Themenwege realisieren zu können. Denn wir erachten Themenwege als wichtiges Mittel der informellen Bildung und des nachhaltigen, naturnahen Tourismus.»
Hofstetter hat schon mehrere Schweizer Themenwege besucht und analysiert. «Leider», sagt er, «gibt es mehrheitlichNegatives zu berichten.» Einzelne Konzepte wie der Muggenstutzweg auf dem Hasliberg und der Klangweg im Toggenburg seien jedoch sehr gut umgesetzt. «Sie sind klar auf eine Zielgruppe zugeschnitten», so Hofstetter. Die zielgerichtete Vermarktung der Themenwege sei nämlich sehr wichtig. Ein Erlebnisweg soll auf EIN Thema und EINE Zielgruppe fokussiert sein, rät er.
Generell, sagt Hofstetter, gibt es inder Schweiz zu viele Themenwege. Die meisten ihrer Gestalter seien sich der Komplexität guter Themenwege nicht bewusst. «Sie denken nicht daran, dass das Wissen didaktisch aufbereitet werden muss.» Vielen Wegen fehle es auch an Authentizität. So findet er die üblichen Naturlehrpfade, auf denen einfach nur die Pflanzen beschrieben sind, wenig attraktiv. «Es fehlt an Informationen zur Region. Die Tafeln müssen unbedingt regionale Spezialitäten thematisieren.»
Wenn Geologen, Lehrer oder andere Fachleute die Wege gestalten, sei die Gefahr gross, die Besucher mit Informationen aus der Fachliteratur zu überhäufen. Es sei viel sinnvoller, aufzuzeigen, welchen Nutzen beispielsweise eine Pflanze bringe. «Das Thema des Weges muss mit der Lebenswelt des Betrachters zu tun haben. Die Wissensvermittlung muss ganzheitlich angegangen werden, sonst bleibt das eine oder andere auf der Strecke» , so Hofstetter.
«Themenwege müssen auch für Kinder interessant sein. Doch deren Interessen decken sich oft nicht mit jenen der Erwachsenen», weist er auf einen weiteren wichtigen Punkt hin. «Erwachsene können ein paar Zeilen lesen und verarbeiten, ein Kind jedoch nicht.»
Jeder Weg braucht einen roten Faden, jede Station eine bis zwei klare Aussagen. «Und nach Möglichkeit interaktive Elemente», so Hofstetter. Auch der Unterhalt des Weges sei nicht zu vernachlässigen. «Wer will, dass die Besucher mehrmals kommen, muss sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen.» Hofstetter rät, die Lebensdauer eines Themenweges von Anfang an festzulegen.
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