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11.02.2010
Networken macht fit
Networken in Europa (v.o.l. im Uhrzeigersinn) Bern, Barcelona, Salzburg, Montecarlo. In der Mitte: Zürich.
Networken in Europa (v.o.l. im Uhrzeigersinn) Bern, Barcelona, Salzburg, Montecarlo. In der Mitte: Zürich. (© Swiss-Image/zvg)
Zürich, Bern und Montreux: Die drei Tourismusorganisationen profitieren viel von der internationalen Städtekooperation ECM. Wichtig ist der Austausch.
Christine Künzler

In der Kooperation Euro Cities Marketing (ECM) tauschen rund 120 Vertreter von grösseren Städten in 32 Ländern ihre Erfahrungen aus. ECM ist das führende Netzwerk für städtische Tourismus- und Kongressbüros. Zürich Tourismus pflegt einen regen Austausch mit ECM und ist Mitglied einer Benchmark-Group, welche aktuelle touristische Zahlen erfasst und untereinander austauscht. «Das ermöglicht uns, Entwicklungen und Veränderungen rasch zu erkennen und dann reagieren zu können», sagt Maurus Lauber, Leiter Marketing & Business Development bei Zürich Tourismus. Benchmark-Städte für Zürich sind unter anderen Amsterdam, Berlin, Wien, Paris und Göteborg. «Die Philosophie von ECM besteht nicht in Konkurrenzdenken, sondern im gegenseitigen Austausch, im Lernen daraus, um dadurch noch besser zu werden», begründet er die Teilnahme Zürichs. «Kooperationen sind für Zürich Tourismus von strategischer Bedeutung.» So arbeitet die Tourismusorganisation auch grenzüberschreitend mit der Marketingorganisation Cool Capitals und der Insel Sylt zusammen.

«EMC bietet Unterstützung in den Bereichen Destinationsmarketing, Networking, Best Practice und ermöglicht den Transfer von Know-how auf verschiedensten Ebenen.» Zur Diskussion stünden dort auch aktuelle Themen wie der Umgang mit der Wirtschaftskrise. Erfahrungen und Ideen aus diesem Austausch fliessen laufend in die tägliche Arbeit ein, so Lauber. «Da wir uns gegenseitig immer besser kennen lernen, entsteht ein Netzwerk europäischer Marketing- und Tourismus-Profis, auf das wir immer zurückgreifen können.» Der Vorstand von Zürich Tourismus besuche jährlich eine der Städte, um sich auf strategischer Ebene auszutauschen.

Bern misst sich mit Salzburg und Turku
Markus Lergier, Berns Tourismusdirektor, kommt richtig ins Schwärmen, wenn er von ECM erzählt. «Wenn es diese Kooperation nicht gäbe, müsste man sie erfinden», sagt er. «Die Teilnahme an den Seminaren und Workshops ist für mich Weiterbildung vom Feinsten.» Dort referierten «die Besten der Branche der jeweiligen Länder». Zudem lerne er bei solchen Meetings, die immer in anderen Städten stattfinden, Europa kennen. Was er in diesen Seminaren lerne, gebe er jeweils auch seinen Kadermitarbeitenden weiter, sagt Lergier.

Viel bringe auch der Austausch mit den städtischen Tourismusdirektoren. «Man ist auf Augenhöhe mit 100 Direktoren der wichtigsten Städte Europas. Das bringt nicht nur viel punkto Trends, sondern ich höre auch, dass die Probleme in allen Städten ähnlich gelagert sind.» Er hole sich in diesem Netzwerk Inputs und Bestätigung. «Ich schöpfe dort viel Kraft für meine Tätigkeit.»

Lergier misst Bern mit Städten wie Salzburg, Innsbruck, Luxemburg, Heidelberg, Turku und Dijon. «Das sind Städte in der Grössenordnung Berns.» Er könne sich vorstellen, mit Salzburg künftig ein Package zu schnüren.

Einmal jährlich nimmt Lergier am Treffen der Hauptstädte teil. «Diese finden auf einem sehr hohen Level statt», erzählt er. Dort tausche er sich mit Direktoren von Städten wie Paris und Berlin aus und nehme an attraktiven Rahmenprogrammen teil.

Montreux mit Montecarlo
Auch Harry John, Direktor Montreux-Vevey Tourismus, schätzt die Möglichkeit, seine Destination mit internationalen Städten vergleichen zu können. «Wir müssen über den Gartenzaun hinausschauen. Deshalb ist ein solcher Benchmark wichtig.» Benchmark-Städte für Montreux sind Montecarlo und Cannes. «Cannes hat sein Filmfestival und Montreux sein Jazzfestival», erklärt er. «Ich messe Montreux gerne mit grösseren Städten.» Von den ECM-Meetings nehme er jeweils viele Ideen mit.

«Der Austausch unter Kollegen ist sehr wichtig», betont John. Auch er kann sich vorstellen, mit gewissen Städten konkrete Angebote zu lancieren. «Wenn wir einen gemeinsamen Nenner finden, wie Ausstellungen und Festivals, lässt sich gut zusammenspannen.» Die Möglichkeit, mit bestimmten Städten enger zu kooperieren, lasse sich noch besser ausschöpfen.

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