Immer wenn man denkt, das war's jetzt, kommt noch ein weiterer Raum: Wer das Winzerhaus des Weinguts Tobias Schmid & Sohn in Berneck besucht, wird durch etliche Säle und Stuben voller Stühle und Tische geführt, trifft auf eine bestens eingerichtete Grossküche und beschauliche Gartenlauben. Bis zu 300 Leute finden hier für Anlässe Platz, und das Schweizer Fernsehen hat hier schon «Samschtig-Jass»- und «Hopp-de-Bäse»-Sendungen aufgezeichnet. «Manche sagen mir, du hast ja ein richtiges Brockenhaus. Aber mir gefällt's», sagt Peter Schmid. Er führt in vierter Generation den Rheintaler Familienbetrieb, welcher 1866 von seinem Vorfahren Tobias Schmid - daher auch der Name - gegründet wurde. Und jetzt steht gerade die Übergabe an Generation Nummer fünf an: Sohn Christoph Schmid übernimmt die Regie über die 14 Hektaren Rebanlagen - überwiegend sind sie mit der Sorte Pinot Noir bepflanzt, daneben finden sich auch Riesling-Sylvaner, Chardonnay oder auch Zweigelt und Dornfdelder. Sein Vater wird weiterhin mitwirken, sich um den Verkauf kümmern und neue Ideen verfolgen. Zum Kernteam gehört zudem Weinbau-Ingenieur Felix Indermaur. Jährlich verarbeiten die Schmids und ihre Mitarbeitenden zwischen 80 bis 150 Tonnen Trauben zu Wein, je nach Ertrag.
Idee: Stärkere Zusammenarbeit der Rheintaler Winzer
«Mein Hobby ist der Tourismus», sagt Peter Schmid. Und deshalb will er künftig weiterverfolgen, was ihm speziell am Herzen liegt - eine noch engere Zusammenarbeit unter den rund 25 Rheintaler Winzern nämlich. Sitzungen sind bereits geplant. «Ein stärkerer gemeinsamer Auftritt gegen aussen würde nicht nur dem Weingebiet, sondern der ganzen Rheintal-Region sehr gut tun» ist der Winzer überzeugt. Anders als in der Bündner Herrschaft liege den Gästen hier nicht bereits von Weitem der Blick frei auf die attraktive Rebenlandschaft, sondern erst dann, wenn sie bereits mitten in der Region sind. «Deshalb muss man die Besucher stärker zu integrieren versuchen, damit sie kommen», sagt Schmid. Dazu könne etwa gehören, den Gästen typische Berufe wie der des Küfers näher vorzustellen oder Angebote zu erarbeiten, an denen man einige Tage auf einem Weingut mitarbeiten könnte.
Trend: Federweisser und Roséweine
Wichtige Abnehmequellen der Produkte von Weingut Tobias Schmid sind Hotel- und Gastrobetriebe, vornehmlich in der Stadt und der Region St. Gallen sowie Appenzell. Die Produkte aus der hauseigenen Destillerie - der rote Kirsch etwa - finden den Weg etwas weiter, zum Beispiel bis hoch auf die Bündner Corviglia in die Betriebe von Reto Mathis. «Die Nachfrage nach klaren Schnäpsen ist in den letzten Jahren aber stark zurückgegangen», beobachtet Peter Schmid. Während der Betrieb früher bis zu 200 Tonnen Gravensteiner pro Jahr brannte, sind es heute noch um die vier Tonnen. Umso gefragter seien dafür die «Vieilles» wie Vieille Prune oder Vieille Pomme.
Und welche Trends beobachtet Schmid bei seinen Weinprodukten? Die «Evergreens» seien ein Cuvée blanche aus weiss gekeltertem Pinot Noir, Riesling-Sylvaner und Johanniter oder der klassische Landwein, der Pinot Noir Classico. «Federweisser ist wieder im Kommen - lange Zeit war er nicht mehr sehr beliebt.» Dasselbe gelte für Roséwein. Im Keller, wo sich Edelstahl-Tanks neben traditionelle Holz- und Barrique-Fässer reihen, beginnen die Augen zu leuchten, wenn Peter Schmid von seinen Produkten spricht. Der 67-Jährige hat zwar an seinen Sohn übergeben. Aber er wird noch lange nicht ruhen.
Heerbrugg: Weingut Schmidheiny mit neuem Gebäude
Das Weingut Schmidheiny in Heerbrugg öffnet nach Neu- und Umbau
seine Türen für die Öffentlichkeit: Am Samstag, 7. Juli, sowie
Sonntag, 8. Juli 2012 finden jeweils von 10 bis 17 Uhr Führungen
statt; zudem gibt es Gelegenheit zu freien Degustationen und
Verpflegung vom Grill. Eigentümer Thomas Schmidheiny beauftragte für
das neue Produktionsgebäude das Architekturbüro Hautle & Partner aus Widnau; für die Gartenanlage zeichnet Gartenarchitekt Enzo Enea verantwortlich.


St. Gallen feiert den Mönch Gallus, der 612 in die Stadt kam. Das Gallusjahr ist gespickt mit originellen Angeboten. Iwan Köppel leitet die Arbeitsgemeinschaft Gallusjahr.



