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02.09.2010
Schweiz: Dickster Anforderungskatalog
(© zvg)
Die deutsche 25hours-Gruppe verfolgt Hotelprojekte in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Jedes Land hat ähnliche Bauvorschriften, aber unterschiedliche Planungs-Kultur.
Andreas Güntert

Ein Umbau in Wien. Eine Erweiterung um 50 Zimmer in Frankfurt. Ein Neubau in Hamburgs aufstrebender Hafen-City. Zwei Hotels in Zürich, die 2012 und 2016 öffnen sollen: Christoph Hoffmann, CEO der jungen deutschen 25hours Hotel Company, kennt die Bauvorschriften im deutschsprachigen Raum aus erster Hand. Dabei trifft er auf deutsche Gründlichkeit, Schweizer Service-Orientierung und österreichische Beziehungsmentalität: «Die baulichen Anforderungen sind in allen drei Ländern ähnlich», sagt Hoffmann, «doch im Umgang mit den Behörden zeigen sich kulturelle Unterschiede.» In der Schweiz habe es man mit dem dicksten Anforderungskatalog und den meisten Kontroll-Elementen zu tun, erlebe hier aber auch am meisten Planungssicherheit: «Gerade eben erfuhren wir, dass wir in Zürich keine selbstschliessenden Zimmer-Brandschutztüren einbauen müssen. Wenn uns das so gesagt wird, dann gilt das auch.» Herrsche in Zürich seitens der Behörden «Service-Orientierung und Aufgeschlossenheit», so sei der Prozess in Wien eher «organisch geprägt». Dort spiele das Beziehungsmanagement eine wichtige Rolle, Entscheide können auch mal beim Heurigen fallen. Was beim Austrinken klar war, kann dann aber wieder ändern: «Am Anfang steht oft eine saloppe «Das-machen-wir-mal-Mentalität». Aber man muss immer mit allem rechnen.»

Einer der Knackpunkte in allen Ländern ist immer die Fassadengestaltung. Wohl, mutmasst Hoffmann, «weil da so viele Leute mitreden und den eigenen Geschmack einbringen.» In der Hamburger HafenCity wurde das Hotel-Logo bezüglich Farbvorschriften stark eingeschränkt. Erst nach langen Sitzungen einigte man sich auf einen vernünftigen Werbe-Auftritt des 25-hours-Schriftzugs. Auch in Zürich-West erlebt Hoffmann «wenig Spielraum von behördlicher Seite.» Wer in aufstrebenden Quartieren baue, komme mit seinen Ideen immer ins Gehege mit der Stadtplanung, die eine einheitliche Optik vorsieht. Der Hotelier aber will auffallen im neuen Gelände. Trotzdem: Statt einem saloppen Einstieg, der Leichtigkeit verspricht und eventuell Änderungen bringt, ist Hoffmann die helvetische hohe Hürde, die dann aber nicht mehr verändert wird, lieber. Das Klischee, sagt Hoffmann, lebt: «Die Schweiz funktioniert.»

  
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