fokus
04.02.2010
Snacks sollen gesund und reichhaltig sein
Auf dem Pausentisch von Seminaren wird das Gipfeli zwar nach wie vor gern gesehen. Priorität aber haben Früchte, Säfte und eine breite Palette von feinen Kaffees.
Olivier Schmid

Die Zeiten, als Businessgäste beim Znüni den kalorienreichen Buttergipfel mit einem schalen Filterkaffee runterspülten und sich zum Zvieri beim nächsten Kaffee aus der Kanne ein mit Zuckerguss überzogenes Stück Kuchen genehmigten, sind endgültig vorbei. Dieser Ansicht ist jedenfalls Claudia D. Zürcher Künzi, Co-Direktorin im Parkhotel Schloss Hünigen in Konolfingen (BE). Sie bringt es folgendermassen auf den Punkt: «Weg von der Kaffeekannen-Kultur, hin zum breiten Angebot.» Die Businessgäste schätzen beim Kaffee ein reichhaltiges Angebot: vom Latte Macchiato über das Cappuccino bis hin zum Espresso.

Dasselbe gilt für die Häppchen zwischendurch: Der Businessgast von heute wünsche, so Zürcher, neben Gebäck ein reichhaltiges und abwechslungsreiches Früchteangebot. Dem Bedürfnis nach Gesundem trägt das «Schloss Hünigen» zum Beispiel mit hausgemachten Smoothies Rechnung. Aber, so fügt Zürcher an: «Es darf auch einmal eine feine Glace sein.» Denn, dass man die Zwischenverpflegung den Bedürfnissen des Gastes anpasse beziehungsweise auch einmal Überraschendes auf den Pausentisch stelle, schaffe einen Mehrwert und bleibe «im Bewusstsein des Gastes» hängen – auch wenn diese natürlich nicht alleine wegen der Zwischenverpflegung kommen.

Auch Roger Gloor, Geschäftsführer des Best Western Trend-Hotels in Eichwatt (ZH), stellt ein steigendes Gesundheitsbewusstsein bei den Businessgästen fest. Aber obwohl zunehmend ein Spezialangebot im Früchtebereich und bei den Milchprodukten verlangt werde, will er von einem Trend zu «brain food» nichts wissen. Obwohl das «Trend Hotel» neben der «Kleinen Pause» und der «Zvieri-Pause» auch eine «Vitamin-», «Frucht-» sowie eine «Schweizer Pause» im Angebot hat, bestelle die Mehrheit der Seminargruppen nämlich das Standardangebot. Eine Veränderung indes stellt er bei der Länge der Pause fest: «Der typische Seminargast ist unter Druck und hat keine Zeit für ausgiebige Pausen und Wellness.»

Auch Sami Debbabi, Geschäftsführer des Parkhotels Inseli in Romanshorn (TG), hat diese Erfahrung gemacht: Mit der klassischen Pausenverpflegung, die aus Mineralwasser, Orangensaft, Früchtekorb und Salzgebäck sowie Gipfeli am Morgen und Kuchen am Nachmittag besteht, «sind die Gäste sehr zufrieden». Sonderwünsche äusserten seine Seminarteilnehmer keine.

Werbung
Weitere Artikel aus diesem Ressort