Eine kongresstechnische 180-Grad-Kehre», so fasst Direktor Urs Bührer die Aufrüstung des letzten Jahres im Berner 5-Stern-Superior-Hotel Bellevue Palace zusammen. Aufgerüstet wurde der «Salon Royal» mit einer maximalen Kapazität von 400 Personen. Im Frühjahr 2013 wird Gleiches mit dem «Salon du Palais» (300 Personen) geschehen.
Der hundertjährige «Bellevue»-Bau steht unter Denkmalschutz. Interieur-Gestaltung und Mobiliar seiner halböffentlichen Räume und seiner Gästezimmer und Suiten bieten eine hohe Aufenthaltsqualität für Kongressgäste. Aber Konzepte für eine optimale Kongresstechnik finden hier andere Voraussetzungen vor als in einem Neubau oder Ausbau, wo Kongress-Installationen auch in den Raum gehängt werden können - wie etwa in der «Arena» des Berner 4-Stern-Superior- Hotels Allegro, die bis Ende dieses Sommers zu einem multifunktionalen Eventsaal umgebaut wird.
Das «Bellevue» steuert seine Technik nach dem Rack-System
Der «springende Punkt» für Kongresstechnik im «Bellevue» gemäss Urs Bührer ist: «Man darf nichts davon sehen. Wir mussten alles verstecken. Das 100-jährige System der Leitungen wurde auf HD und Glasfaser umgestellt. Schaltungen, Steckdosen, Lichtsteuerungen und die Feeds für drahtlose Mikrofone sind nun überall dort, wo man sie braucht.»
Die zwei sogar bei Tageslicht brillierenden Hochleistungs-Beamer kosten je 25000 Franken. Die Leinwände für die Beamer-Projektionen sind in die Decke eingelassen, müssen nicht aufgestellt werden. Alle Kongresstechnik ist in eine zentrale Steuerung nach dem Rack-System integriert und braucht keine eigene, zusätzliche Steuerung: Neue Elemente oder solche, die bei Partnern für die Ausrüstung hinzugemietet werden, sind ans Rack angeschlossen.
Der Neubau der Messe Basel bis 2013 bringt auch eine Ergänzung und verstärkte Messe-Integration des Congress Centers Basel (CCB). Sein Grosser Festsaal wird durch eine multifunktionale Eventhalle von 3200m² ersetzt. Sie wird mit flexibel installierbaren Bühnen bzw. Podien, Lichtanlagen und Projektionen ausgestattet. Das CCB wird auch im Messe-Gelände diverse Plätze für Veranstaltungen nutzen können. Zugleich wollen die Basler einen Entwicklungssprung ihrer Kongresstechnik schaffen. «Wir investieren in neueste Geräte, die auch grosse Lernprozesse mit sich bringen», sagt Tony Bürgisser, der Technische Leiter des CCB. «Zum Beispiel ist die neue Eventhalle ein riesengrosser Raum, den man gestalten kann, wie man will. Zum technischen Wissen muss sich also die Kreativität gesellen. Wir lernen, völlig neue Set-ups herzustellen.»
Davos kann alle Veranstaltungen digital inszenieren
«Wissen inszenieren, Innovationen sichtbar machen, Begeisterung auslösen», heisst das Motto des vergrösserten und in seiner Technik erneuerten Kongresszentrums Davos. Es hat 34 High-Tech-Säle für 20 bis 1800 Personen. «Das ganze Spektrum an Veranstaltungen ist möglich. Vorher hatten die Säle noch sehr viel analoge Technik, jetzt haben wir die Präsentations-Technologie auf den neuesten, digitalen Stand gebracht und das Personal entsprechend geschult», sagt Technik-Leiter Olivier Matthey. «Mit der nötigen Grösse und Lichtstärke fühlen sich auch die hintersten Leute im Saal angesprochen.»


Der Berner Kursaal hat Grosses vor. Trotz Stagnation im Seminar- und Tagungsgeschäft.



