Um die Situation rund um die Nutzung der verschiedenen Vertriebskanäle in der Schweiz richtig einzuschätzen, gaben hotelleriesuisse und Schweiz Tourismus eine Studie in Auftrag. Roland Schegg und Michael Fux vom Institut für Tourismus der Fachhochschule Westschweiz Wallis haben zwischen Mai und August dieses Jahres Preise und Verfügbarkeiten von 144 Hotels (Stichprobe Mitglieder hotelleriesuisse) für zwei Daten (August und September) analysiert. Dies in drei direkten (Telefon, Mail, Buchungssystem auf der Website) und 14 Online-Vertriebskanälen wie beispielsweise booking.com, hrs, myswitzerland.com/STC oder hotel.de und Expedia.
Die Wissenschaftler stellten Fragen zu Verfügbarkeit und Ratenparität. Die Auswertungen lassen tief blicken und zeigen deutlich, dass die Arbeit mit den Online-Channels noch Nachholbedarf hat. Ratenparität war vor allem bei den Vier- und Fünfsternehotels, die mit vielen Kanälen arbeiten, selten auszumachen. Weitere Erkenntnisse, die aufhorchen lassen: «In vielen Betrieben waren die Preise online billiger als direkt beim Hotel, erstaunlich ist auch, dass in manchen Fällen die besten Verfügbarkeiten in den Online-Kanälen zu finden waren», so Roland Schegg. Und die Analyse der Preisdifferenzen: In rund 30% der Betriebe war der Preisunterschied in Online-Kanälen grösser als 50 Franken. «Solche Preisdifferenzen in verschiedenen Kanälen motivieren Kunden, das beste Angebot zu suchen und nicht auf der Website des Hotels zu buchen», veranschaulicht Schegg die Konsequenz dieses Tohuwabohus dem Publikum am Hotelmarketing-Tag. Und wenn Preisdifferenz nicht als fair wahrgenommen werde, dann leide das Image der Marke.
Wichtig ist in Zukunft die Erarbeitung einer Preis- und Vertriebsstrategie. Schegg: «Nur wer auf Vertriebskanälen verfügbar ist, kann auch gebucht werden.» Zudem könnten Preisparität und maximale Verfügbarkeit auf direkten Kanälen Direktbuchungen positiv beeinflussen. Diese sollten mit einer «Best-value»-Garantie gefördert werden, rät der Wissenschaftler.
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